eSIM für Bulgarien 2026: Warum du wahrscheinlich keine brauchst

Deutsch

Fazit: Für Bulgarien brauchst du als deutsche Reisende sehr wahrscheinlich gar keine Reise-eSIM. Bulgarien ist EU-Mitglied, und die Verordnung (EU) 2022/612 hat „Roam like at home“ bis zum 30. Juni 2032 verlängert – dein deutscher Vertrag oder deine deutsche Prepaid-Karte funktioniert dort zu Inlandspreisen. Es bleiben drei ehrliche Ausnahmen: ein knapp gedeckeltes EU-Roaming-Datenvolumen in deinem eigenen Tarif, ein langer Aufenthalt, bei dem die Fair-Use-Regeln greifen, und ein Zweitgerät oder Hotspot, den du nicht über deine Hauptleitung laufen lassen willst. Für diese Fälle kostet eine Bulgarien-eSIM ab 1,38 US-Dollar für 1 GB / 7 Tage (eSIM4Travel, esimdb-Auslesung vom 23.09.2026); bei dem von mir selbst auf der Anbieterseite geprüften Saily sind es 1,99 US-Dollar. Schau also zuerst die eine Zahl in deinem Tarif nach, bevor du irgendetwas kaufst.

Was du auf dieser Seite lernst: (1) warum EU-Roaming Bulgarien bis 2032 abdeckt und welche eine Zahl in deinem Tarif darüber entscheidet, ob du trotzdem etwas kaufen musst, (2) welche drei Ausnahmen es von dieser Regel wirklich gibt, (3) warum Bulgarien beim 5G-Tempo an der europäischen Spitze steht, bei der 5G-Fläche laut EU-Kommission aber unter dem EU-Schnitt liegt – und was das für deine Route bedeutet, (4) warum in Bulgarien 2026 noch 3G läuft, obwohl das in der EU inzwischen selten ist, (5) was sich durch die Euro-Einführung seit dem 1. Januar 2026 für dich ändert – nämlich fast nichts, und das ist die gute Nachricht, (6) was das Auswärtige Amt zu Taxis und zu den Grenzen Richtung Serbien, Türkei und Nordmazedonien schreibt, und (7) was eine Bulgarien-eSIM am 25. September 2026 tatsächlich kostet, samt eines nicht offensichtlichen Kauf-Tipps.

Die meisten Bulgarien-eSIM-Ratgeber im Netz sind aus englischsprachigen Vorlagen übersetzt, die für US-Leser geschrieben wurden – und für die stimmt die Ausgangslage schlicht nicht. Ein Leser aus den USA muss in Bulgarien etwas kaufen. Du musst das in aller Regel nicht. Ich habe für diesen Text deshalb zuerst die Roaming-Verordnung, den Digital-Decade-Länderbericht der EU-Kommission, den aktuellen Opensignal-Messbericht und die Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts nebeneinandergelegt und erst danach auf die Anbieterpreise geschaut. Herausgekommen ist ein Text, der die meiste Zeit damit verbringt, dir vom Kauf abzuraten – und die restliche damit, die drei Fälle sauber zu beschreiben, in denen sich der Kauf doch rechnet.

Der wichtigste Punkt: dein deutscher Tarif funktioniert in Bulgarien bereits

Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links, über die Cairnroam eine Provision erhalten kann – für dich ohne Mehrkosten. Preise und Regeln Stand September 2026, gestützt auf EUR-Lex, den Digital-Decade-Länderbericht der EU-Kommission, den Opensignal-Bericht vom Januar 2026, das Auswärtige Amt, das bulgarische Euro-Portal evroto.bg sowie die Anbieterseiten selbst. — ferno

Bulgarien ist seit 2007 EU-Mitglied, und damit gilt dort das, was du aus Spanien oder Italien kennst. Die Verordnung (EU) 2022/612 über das Roaming in öffentlichen Mobilfunknetzen ist seit dem 1. Juli 2022 in Kraft und verlängert „Roam like at home“ um weitere zehn Jahre, also bis zum 30. Juni 2032. Dein Anbieter darf auf den Inlandspreis für regulierte Roaming-Dienste innerhalb der EU und des EWR keinen Aufschlag erheben. Du schaltest nach der Landung in Sofia oder Burgas also einfach den Flugmodus aus und bist online, ohne etwas gebucht zu haben.

Das gilt in beide Richtungen, und man sieht es auch an bulgarischen Tarifen: Vivacoms Prepaid-Basispaket Free2Go weist neben 35.000 MB für das Inland ausdrücklich 10.600 MB für das EU-Roaming aus (geprüft am 25.09.2026). Genau dieses Muster – Inlandsvolumen groß, EU-Volumen kleiner – ist auch der Punkt, an dem es für dich interessant wird.

Drei Ausnahmen, in denen sich eine Bulgarien-eSIM trotzdem lohnt

Erstens: das Fair-Use-Datenvolumen deines Tarifs. „Roam like at home“ ist kein Freibrief. Die Roaming-Verordnung erlaubt den Anbietern ausdrücklich eine Politik der angemessenen Nutzung, deren Berechnung in der Durchführungsverordnung (EU) 2016/2286 geregelt ist. In der Praxis heißt das: Viele deutsche Tarife, besonders die großen oder unbegrenzten Inlandspakete und viele Discounter-Angebote, deckeln das im EU-Ausland nutzbare Datenvolumen deutlich unter dem Inlandsvolumen. Diese eine Zahl – das EU-Roaming-Datenvolumen in deinen Tarifbedingungen – ist das Erste, was du nachschlägst, bevor du irgendetwas kaufst. Sie entscheidet die Frage nicht allein; die beiden folgenden Ausnahmen können auch dann greifen, wenn dein EU-Volumen üppig ist. Zum Überschlagen nehme ich 300 bis 500 MB pro Tag für Karten, Messenger und gelegentlich Musik – das ist keine gemessene Größe, sondern meine eigene Planungsfaustregel, und wer Videos streamt oder den Laptop ans Handy hängt, liegt schnell beim Mehrfachen. Verlässlich ist nur dein eigener Verbrauch der letzten Monate, den dir dein Anbieter in der App anzeigt. Liegt dein EU-Volumen darunter, ist ein Bulgarien-Paket für wenige Dollar die günstigere Alternative zum Nachbuchen im Ausland. Zwei Schutzregeln solltest du dabei aber kennen, weil sie den Kauf in vielen Fällen überflüssig machen. Erstens gibt es eine Untergrenze: Bei offenen oder unbegrenzten Datenpaketen muss das EU-Roaming-Volumen mindestens dem Doppelten des Nettopreises geteilt durch den Vorleistungsdeckel entsprechen – bei einem 20-Euro-Tarif und dem für 2026 geltenden Deckel von rund 1,10 Euro je Gigabyte also rund 36 GB. Zweitens ist das Überschreiten kein Abschalten: Dein Anbieter darf höchstens einen Aufschlag in Höhe dieses Vorleistungsdeckels zuzüglich Mehrwertsteuer verlangen, also rund 1,31 Euro je Gigabyte (bei 19 % Umsatzsteuer). Zum Vergleich: Sailys 1-GB-Tarif in der Tabelle weiter unten kostet 1,99 US-Dollar, umgerechnet rund 1,75 Euro je Gigabyte. Beides steht auf der Roaming-Seite der EU-Kommission.

Zweitens: lange Aufenthalte. Die Roaming-Regeln sind auf vorübergehende Reisen zugeschnitten, nicht auf dauerhaftes Roaming. Wer mehrere Monate am Stück in Bulgarien ist, eine Zweitwohnung in Bansko oder an der Schwarzmeerküste hat oder über den Winter dort arbeitet, kann in die Fair-Use-Prüfung seines Anbieters laufen. Konkret wird das in Artikel 4 Absatz 4 der Durchführungsverordnung (EU) 2016/2286: Der Anbieter muss über einen Zeitraum von mindestens vier Monaten beobachten, und er stützt sich dabei kumulativ auf beides – auf den Verbrauch (überwiegt die Roaming- die Inlandsnutzung?) und auf die Anwesenheit (bist du überwiegend im Ausland eingebucht?). Erst wenn beides über diese vier Monate hinweg gegen dich spricht, darf er reagieren. Die Absätze 2 und 3 desselben Artikels erlauben ihm außerdem ausdrücklich, gerade bei offenen oder unbegrenzten Datenpaketen und bei Prepaid ein EU-Volumen unterhalb des Inlandsvolumens anzusetzen – genau die Tarifarten, um die es hier geht. Dieselben Absätze ziehen aber auch die beiden Grenzen aus Ausnahme 1 ein: Das EU-Volumen darf die Untergrenze aus dem doppelten Nettopreis geteilt durch den Vorleistungsdeckel nicht unterschreiten, und wird es aufgebraucht, ist die Folge ein gedeckelter Aufschlag von rund 1,31 Euro je Gigabyte und keine Sperre. Was dein Anbieter dann konkret tut, steht in seinen Bedingungen und nirgendwo sonst; ich kann dir hier nur sagen, dass dieser Fall existiert und dass er der zweithäufigste Grund für eine lokale Datenlösung ist.

Drittens: Zweitgerät, Hotspot und die Trennung von Arbeit und Privat. Ein Tablet ohne eigene Leitung, ein Reise-Router für die Familie, ein Diensthandy, dessen Datenverbrauch nicht auf dem privaten Vertrag landen soll – dafür ist eine Bulgarien-eSIM ab 1,99 US-Dollar für 1 GB und 7 Tage (Saily, geprüft am 25.09.2026) oft günstiger als eine kostenpflichtige Zusatz- oder MultiSIM deines deutschen Anbieters. Prüfe aber zuerst deine Tarifübersicht: Viele deutsche Tarife geben eine MultiSIM oder Zweit-eSIM ohne Aufpreis dazu, und die teilt dann dein vorhandenes Volumen – in dem Fall kaufst du hier unnötig. Was diese eSIM ausdrücklich nicht ist, ist eine verlässliche Netzreserve. Zwei der drei Anbieter legen ihr Netz zwar offen – eSIM4Travel führt seinen Bulgarien-Tarif bei esimdb unter dem Namen „Bulgaria (MobilTel, Telenor, Vivacom)“, Nomad weist seine Bulgarien-Tarife bei esimdb mit Vivacom und Yettel aus (A1 erscheint erst bei Nomads Regional-Europa- und Global-Tarifen, nicht bei den reinen Bulgarien-Tarifen), und nur Saily sagt dazu nichts. Zugesagt ist damit trotzdem nichts: In welches der drei Netze du dich in einem bestimmten Moment einbuchst, garantiert dir keiner von ihnen, und ob es ein anderes ist als beim Roaming deines Heimatanbieters, weißt du vorher nicht. Als Ersatz für deine deutsche SIM taugt sie nicht – die bleibt für Anrufe und Banking-SMS im Gerät, nur mit ausgeschaltetem Datenroaming.

Das Netz: Spitzen-5G auf schmaler Fläche – und 3G läuft noch

Dieser Abschnitt gilt auch dann für dich, wenn du nichts kaufst: Dein deutsches Roaming läuft über dieselben drei bulgarischen Netze, die auch eine Reise-eSIM benutzt. Und die haben eine ungewöhnliche Form. Beim Tempo ist Bulgarien europäische Spitze – A1 kommt im Messbericht von Opensignal auf einen 5G-Download von durchschnittlich 343,9 Mbit/s (Opensignal misst hier den Mittelwert, nicht den Median), A1 und Yettel tragen jeweils eine „5G Global Leader“-Auszeichnung in ihrer Größenklasse. Bei der Fläche sieht es anders aus: Der Digital-Decade-Länderbericht 2025 der EU-Kommission für Bulgarien (veröffentlicht am 16.06.2025, Datenjahr 2024) weist die 5G-Abdeckung mit 81,3 Prozent gegenüber 94,3 Prozent im EU-Durchschnitt aus – und in dünn besiedelten Gebieten mit nur 38,25 Prozent gegenüber 79,57 Prozent.

Indikator (Datenjahr 2024)BulgarienEU-Durchschnitt
5G-Abdeckung insgesamt81,3 %94,3 %
5G-Abdeckung, dünn besiedelte Gebiete38,25 %79,57 %
Glasfaser bis ins Gebäude (FTTP)90,4 %69,2 %
FTTP, dünn besiedelte Gebiete79,1 %58,8 %
Netze mit sehr hoher Kapazität (VHCN)90,4 %82,5 %
Anteil 5G-fähiger SIM-Karten24,41 %35,56 %
Quelle: Europäische Kommission, Bulgaria 2025 Digital Decade Country Report, 16.06.2025, Datenjahr 2024.

Das ist ein bemerkenswertes Bild: Bulgarien liegt bei Glasfaser deutlich über dem EU-Schnitt, sogar auf dem Land, und beim Mobilfunk auf der Fläche darunter. Das Land hat den Boden schneller verkabelt als die Luft. Für dich als Reisende folgt daraus eine einfache Regel: Plane deine Route so, als gäbe es außerhalb der Städte nur 4G. Das ist kein Drama – 4G reicht für Karten, Buchungen und Videocalls vollkommen –, aber es entwertet jedes Marketingversprechen, das mit bulgarischen 5G-Spitzenwerten wirbt.

Wie sich die drei Betreiber unterscheiden, misst Opensignal im Bericht „Bulgaria Mobile Network Experience“ vom Januar 2026 (Messzeitraum 01.10. bis 29.12.2025):

MesswertA1VivacomYettel
Download-Erlebnis, alle Netztechniken zusammen (Mbit/s)113,996,489,6
Upload-Erlebnis, alle Netztechniken zusammen (Mbit/s)18,116,717,5
5G-Download (Mbit/s)343,9296,7271,7
Video-Erlebnis (0–100)73,370,172,3
Abdeckungserlebnis (0–10)7,17,57,1
5G-Abdeckungserlebnis (0–10)3,33,83,5
Quelle: Opensignal, Bulgaria Mobile Network Experience Report, Januar 2026, Messzeitraum 01.10.–29.12.2025.

Die Auszeichnungen aus demselben Bericht ordnen das ein: A1 misst in allen vier Tempokategorien den höchsten Wert, gewinnt drei davon allein – das Upload-Erlebnis teilt es sich als gemeinsame Auszeichnung mit Yettel – und holt zusätzlich die gleichbleibende Qualität (87,7 Prozent), Yettel die Zeit im Netz (99,6 Prozent), die 5G-Verfügbarkeit (86 Prozent) und die Zuverlässigkeit (957 von 1.000 Punkten), Vivacom das Abdeckungserlebnis, das 5G-Abdeckungserlebnis und die Zeit auf 5G. Dieser letzte Wert ist der ehrlichste der ganzen Tabelle: Selbst beim Sieger sind Nutzer mit 5G-Gerät und 5G-Tarif nur 26,3 Prozent der Zeit tatsächlich auf 5G – und 5G-fähig sind laut EU-Kommission ohnehin nur 24,41 Prozent der bulgarischen SIM-Karten. Die 86 Prozent von Yettel widersprechen dem nicht. Opensignal misst beide Werte über dieselbe Gruppe, nämlich Nutzer mit 5G-Gerät und 5G-Tarif; unterschiedlich ist nur, was gezählt wird. Die 5G-Verfügbarkeit fragt, wie oft diese Nutzer 5G bekommen könnten; die Zeit auf 5G fragt, wie oft sie tatsächlich darauf lagen. Verfügbar ist nicht dasselbe wie genutzt. Und die Zeilen „Download-/Upload-Erlebnis“ oben sind ebenfalls keine 4G-Werte: Opensignal mischt dort 2G, 3G, 4G und 5G nach Nutzungszeit. Einen reinen 4G-Wert für Bulgarien weist dieser Bericht nicht aus, und ich erfinde hier keinen. Welcher Betreiber auf deiner konkreten Strecke vorn liegt, sagt dir keine Tabelle – dafür gibt es die interaktive Abdeckungskarte von Vivacom und die entsprechenden Karten der anderen beiden. Benannte Funklöcher in Rila, im Pirin oder an der Küste nenne ich hier bewusst nicht: Dafür gibt es keine belastbare Quelle, nur Reiseblogs, die voneinander abschreiben.

Und dann die Sache, die fast jeden überrascht: In Bulgarien läuft 2026 noch 3G. In Deutschland ist UMTS seit 2021 abgeschaltet, in weiten Teilen der EU ebenso – in Bulgarien hat es kein Betreiber vollständig beendet. Nach einer Zusammenstellung des bulgarischen Fachmediums TechTrends BG vom 17.01.2025, in der alle drei Betreiber zitiert werden, hat A1 im Dezember 2024 mit regionalen Abschaltungen begonnen (unter anderem in den Regionen Varna, Kjustendil und Pernik), ohne ein landesweites Enddatum zu nennen. Yettel erwartet die technologische Bereitschaft für eine vollständige 3G-Abschaltung im Jahr 2027 (im bulgarischen Original „през 2027 г.“). Vivacom hat sich nicht festgelegt und keinen kurzfristigen Plan. 2G wollen alle drei behalten – für 112, eCall, Maschinenfunk und Zahlungsterminals. Praktisch bedeutet das: Ein älteres Gerät ohne VoLTE fällt in Bulgarien für Telefonie vielerorts noch auf 3G zurück, wo es das in Deutschland längst nicht mehr könnte. Verlassen würde ich mich darauf nicht, denn A1s Abschaltungen laufen Region für Region weiter, und einen veröffentlichten Fahrplan gibt es nicht. Für Reise-eSIMs ist der Punkt ohnehin zweitrangig: Die Bulgarien-Tarife von Saily, Nomad und eSIM4Travel sind standardmäßig reine Datentarife, Telefonie läuft also über Apps.

Zur Hardware halte ich mich kurz, weil es hier nichts Exotisches zu beachten gibt: Bulgarien funkt auf den üblichen europäischen Bändern – LTE auf B3 (1800 MHz), dazu B1 (2100 MHz) und B8 (900 MHz), 5G vor allem auf n78 (3,5 bis 3,6 GHz), und alle drei Betreiber halten Frequenzen bei 700 und 800 MHz. Jedes in Deutschland gekaufte Smartphone der letzten Jahre kann das. Die realen Risiken sind andere: ein SIM-Lock deines Geräts und ein fehlender eSIM-Slot. Beides prüfst du vor der Reise in zwei Minuten, statt Bänderlisten zu vergleichen.

Geld, Taxi, Grenzen: der kurze praktische Teil

Zum Geld gibt es 2026 fast nichts mehr zu sagen – und das ist die Nachricht. Bulgarien ist am 1. Januar 2026 als 21. Mitglied dem Euroraum beigetreten; die Europäische Zentralbank dokumentiert die Umstellung, der Rat der EU hatte die letzten Beschlüsse am 08.07.2025 gefasst, der unwiderrufliche Umrechnungskurs lautet 1 Euro = 1,95583 Lew. Lew und Euro waren nur einen Monat lang parallel gesetzliches Zahlungsmittel; seit dem 1. Februar 2026 ist der Euro die alleinige Währung. Auch die Pflicht zur doppelten Preisauszeichnung ist vorbei: Sie lief vom 08.08.2025 bis zum 8. August 2026 und ist nach der Mitteilung des offiziellen bulgarischen Euro-Portals evroto.bg beendet. Für dich heißt das vor Ort: nichts umrechnen, keine Frage nach der Abrechnungswährung am Terminal, keine Wechselstube. Für den eSIM-Kauf gilt das nicht – die drei Anbieter rechnen in US-Dollar ab, deine Karte wandelt also um und verlangt je nach Bank ein Auslandsentgelt. Wer noch Lew-Scheine von einer Reise vor 2026 in der Schublade hat, tauscht sie laut den Bürger-FAQ des offiziellen Euro-Portals bei der Bulgarischen Nationalbank kostenlos, unbegrenzt und ohne Frist um; Geschäftsbanken und Postfilialen tun es demnach mindestens bis zum 31.12.2026, möglicherweise gegen Gebühr.

Taxis sind der Punkt, bei dem das Auswärtige Amt ungewohnt konkret wird. In den Reise- und Sicherheitshinweisen für Bulgarien (Stand 25.09.2026) steht, dass jedes bulgarische Taxi einen gesetzlich vorgeschriebenen Preisaufkleber an der hinteren Türscheibe tragen muss. Üblich sind demnach etwa 0,75 Euro je Einheit tagsüber und 0,85 Euro nachts; höhere Regionaltarife, etwa in Urlaubsorten, sind zulässig und noch kein Betrug. Alle Taxis haben ein Taxameter – und im Einzelfall wurden Taxameter manipuliert. Seriös arbeitende Firmen bieten eine App, über die man sich registrieren und zuverlässig bestellen kann. Genau das ist übrigens ein handfestes Argument dafür, gleich nach der Landung online zu sein, statt am Taxistand zu verhandeln.

Bei den Fahrdiensten gibt es eine verbreitete Fehlannahme in beide Richtungen: Bolt fährt in Sofia – es ist die Fahrdienst-App, die du dort tatsächlich benutzt, und dieselbe App deckt E-Bikes, Roller und Lieferdienste ab (Quellenhinweis: der Block „Available categories in Sofia“ auf der Sofia-Seite des Anbieters listet am 25.09.2026 nur E-Bikes und Roller, daneben Bolt Food; die Fahrtenvermittlung steht in der seitenweiten Navigation statt in diesem Block). Uber fährt nicht. Die bulgarische Wettbewerbsbehörde verhängte 2015 eine Geldbuße, das Oberste Verwaltungsgericht bestätigte sie am 28.09.2015, und Uber stellte den Dienst in Bulgarien im Oktober 2015 ein. Den öffentlichen Nahverkehr in Sofia bekommst du dagegen ganz normal in Google Maps oder Moovit angezeigt, weil der städtische Betreiber, das Zentrum für städtische Mobilität, seine Fahrplandaten offen veröffentlicht.

Und die Grenzen. Bulgarien ist seit dem 31.03.2024 (Luft und See) beziehungsweise dem 01.01.2025 (Land) vollwertiges Schengen-Mitglied, innerhalb Schengens gibt es also keine Kontrollen mehr. Die Grenzen zu Serbien, zur Türkei und zu Nordmazedonien sind dagegen EU-Außengrenzen, an denen das Entry/Exit-System (EES) biometrische Daten erfasst – das Auswärtige Amt weist in derselben Quelle darauf hin. Das betrifft vor allem den Transitverkehr Richtung Türkei, der traditionell durch Bulgarien läuft: Plane an diesen Übergängen Wartezeit ein. Und hinter diesen Grenzen endet auch das EU-Roaming: Für Serbien und die Türkei gilt „Roam like at home“ nicht mehr – dort brauchst du also genau das, was du für Bulgarien nicht brauchst; unsere Guides für beide Länder rechnen das durch. Das EES wurde ab dem 12.10.2025 schrittweise eingeführt und läuft nach der EES-Seite der EU-Kommission (GD HOME) seit dem 10.04.2026 vollständig. Für ETIAS gibt es dagegen bis heute kein angekündigtes Startdatum: Die offizielle ETIAS-Seite der EU nennt keines und sagt zu, mehrere Monate vorher zu informieren. Ein Blick auf diese Seite bei der Buchung genügt also. Eine Reisewarnung für Bulgarien gibt es nicht; das Auswärtige Amt schreibt schlicht: „Die innenpolitische Lage ist stabil.“ Der Seitenstand ist der 25.09.2026, unverändert gültig seit dem 13.03.2026.

SIM-Registrierung in Bulgarien: was das Gesetz verlangt

Wenn du dich statt für eine Reise-eSIM für eine lokale bulgarische Prepaid-Karte entscheidest, solltest du die Rechtslage kennen. Bulgarien verlangt eine Identifizierung von Prepaid-Nutzern, und zwar per Gesetz. Das Gesetz über die elektronische Kommunikation in seiner konsolidierten englischen Fassung (veröffentlicht vom bulgarischen Verkehrs- und Kommunikationsministerium) verpflichtet Betreiber seit dem 1. Januar 2010, die zur Identifizierung eines Nutzers von Prepaid-Diensten erforderlichen Daten zu erheben (§ 80 des Änderungsgesetzes). Artikel 251i nennt dazu, was zu speichern ist, unter anderem Datum und Uhrzeit der Erstaktivierung, eine Zellkennung und die Identifikation des Endnutzers.

Dazu kommt eine bulgarische Besonderheit, die nicht aus dem EU-Recht stammt: Artikel 138d desselben Gesetzes, eingeführt über die Übergangsbestimmungen des Antiterrorgesetzes, begrenzt einen Endnutzer auf höchstens zehn Rufnummern für Prepaid-Sprachdienste. Am Schalter läuft das praktisch auf den Ausweis hinaus: Vivacom schreibt in seinen eigenen häufigen Fragen, man müsse ein gültiges Ausweisdokument vorlegen, Personalausweis oder Reisepass. Eine Unterscheidung zwischen Prepaid und Vertrag oder zwischen Bulgaren und Ausländern macht diese Seite nicht.

Eine Reise-eSIM von Saily, Nomad oder eSIM4Travel ist demgegenüber keine bulgarische Teilnehmerbeziehung. Die genannten Pflichten richten sich an Unternehmen, die in Bulgarien Netze oder Dienste anbieten; dein Profil wird von einem ausländischen Anbieter ausgestellt und erreicht dich in Bulgarien als Inbound-Roaming auf dem Funknetz von A1, Yettel oder Vivacom. Das ist eine Folge der Vertragsstruktur, keine Ausnahme vom Gesetz – und es ist ausdrücklich kein Versprechen von Anonymität. Dein Anbieter kennt deine Daten, nur eben nach dem Recht seines Sitzstaats. Wer in Bulgarien eine lokale Nummer will, legt den Pass vor; das ist völlig normal und kein Grund zur Sorge, nur eben ein Gang zum Schalter.

Preise am 25. September 2026 – und ein nicht offensichtlicher Kauf-Tipp

Bevor die Tabelle kommt, die Herkunft der Zahlen, damit du weißt, was du vor dir hast: Die Saily-Preise habe ich am 25.09.2026 direkt auf der Bulgarien-Seite des Anbieters geprüft. Die Zahlen von Nomad und eSIM4Travel stammen aus Auslesungen des Tarifvergleichs esimdb vom 20.09.2026 beziehungsweise 23.09.2026 – beide Anbieterseiten bauen ihre Tarifliste erst im Browser auf und geben bei einem direkten Abruf keine Preise heraus. Ich gebe sie deshalb als das aus, was sie sind: eine datierte Zweitquelle. Alle Angaben sind Listenpreise in US-Dollar für reine Datentarife ohne lokale Rufnummer.

DatenvolumenSaily (Anbieterseite, 25.09.2026)Nomad (esimdb, 20.09.2026)eSIM4Travel (esimdb, 23.09.2026)
1 GB, 7 Tage1,99 $4,50 $1,38 $
3 GB, 30 Tage4,99 $9,00 $2,86 $
5 GB, 30 Tage6,99 $12,50 $4,23 $
10 GB, 30 Tage11,99 $16,00 $7,64 $
20 GB, 30 Tage19,99 $20,00 $14,46 $
50 GB, 30 Tagenicht im Angebot45,00 $39,24 $
Listenpreise in US-Dollar vor Rabatten. Saily am 25.09.2026 auf der eigenen Anbieterseite geprüft; Nomad und eSIM4Travel aus esimdb-Auslesungen vom 20.09.2026 und 23.09.2026.

Nach dieser Tabelle ist eSIM4Travel in jeder einzelnen Volumenstufe der günstigste der drei – mit der Einschränkung, dass diese Preise aus der Zweitquelle stammen und ich sie nicht selbst auf der Anbieterseite sehen konnte. Saily liegt bei den kleinen und mittleren Paketen dazwischen, ist dafür aber die einzige Position mit erstquelliger Preisprüfung, und Nomad ist bei den festen Volumina durchweg teurer. Maßgeblich ist am Ende der Preis, den dir der Anbieter im Bestellvorgang anzeigt: Für ein 10-GB-Paket auf 30 Tage sind das nach dieser Tabelle 7,64 $ bei eSIM4Travel und 11,99 $ bei Saily – vergleiche beide im Warenkorb, bevor du bezahlst.

Zwei Randbedingungen, die in der Praxis zählen: Saily-Tarife lassen sich bis zu 180 Tage nach dem Kauf aktivieren und starten automatisch, sobald du dich das erste Mal einbuchst. eSIM4Travel-Tarife müssen dagegen innerhalb von 90 Tagen nach dem Kauf aktiviert werden; die unbegrenzten Tarife rechnen in 24-Stunden-Abschnitten ab der ersten Verbindung, enthalten je 3 GB zum vollen Tempo und drosseln danach auf 1 Mbit/s – so steht es sowohl auf der Bulgarien-Seite von eSIM4Travel als auch bei esimdb. Wer auf Vorrat kauft, sollte das im Kopf haben.

Und weil gleich von „unbegrenzt“ die Rede sein wird, hier für alle drei dieselbe Auskunft in derselben Genauigkeit: Keiner der drei Tarife ist wirklich unbegrenzt. Saily drosselt nach 5 GB pro Tag – danach sind es rund 1 Mbit/s – diesen Wert nennen sowohl Sailys eigene Tarifdaten als auch esimdb, das sich allerdings bei der 5-Tage-Zeile selbst widerspricht. Nimm die Zahl also als Richtwert, nicht als Zusage. eSIM4Travel drosselt nach 3 GB pro Tag auf 1 Mbit/s, Nomad nach 2 GB pro Tag auf 1 Mbit/s. Beim täglichen Vollgas-Volumen liegt damit Saily vorn, dann eSIM4Travel, dann Nomad.

Jetzt der Tipp, den du in den meisten Bulgarien-Listen nicht findest. Bei Saily liegt der unbegrenzte Bulgarien-Tarif ab einer Laufzeit von 20 Tagen preisgleich mit dem unbegrenzten Europa-Tarif für 35 Länder. Wenn du also lange bleibst, ist das Länderpaket die schlechtere Wahl – derselbe Preis, ein Land statt 35. Leg bei 20 Tagen und mehr einfach das Europa-Paket in den Warenkorb.

Saily unbegrenztBulgarienEuropa (35 Länder)
10 Tage34,99 $35,99 $
15 Tage48,99 $49,99 $
20 Tage59,99 $59,99 $
25 Tage65,99 $65,99 $
30 Tage71,99 $71,99 $
Bulgarien-Preise am 25.09.2026 auf der Anbieterseite geprüft. Beide Tarife sind unbegrenzt mit einem Tageslimit von 5 GB und anschließender Drosselung; darin unterscheiden sie sich nicht. Eine 5-Tage-Variante für Bulgarien gibt es ebenfalls (18,99 $, esimdb); sie fehlt in dieser Gegenüberstellung nur deshalb, weil für den Europa-Tarif keine 5-Tage-Auslesung vorliegt. Die 3- und 7-Tage-Laufzeiten, die in Sailys Preisdaten auftauchen, sind hier gar nicht aufgeführt: esimdb führt für Bulgarien keinen 3- oder 7-Tage-Unbegrenzt-Tarif, ob es diese Tarife überhaupt gibt, ist damit offen. Die Europa-Preise stammen aus einer esimdb-Auslesung vom 02.07.2026 und sind rund zwölf Wochen älter als die Bulgarien-Spalte.

Was in dieser Saily-gegen-Saily-Tabelle nicht steht: Unbegrenzt ist bei eSIM4Travel deutlich billiger als bei Saily. Für Bulgarien liegt eSIM4Travel bei 11,05 $ für 5 Tage, 21,29 $ für 10 Tage und 41,76 $ für 20 Tage gegen Sailys 18,99 $, 34,99 $ und 59,99 $ – Saily verlangt also 44 bis 72 Prozent mehr (esimdb, ausgelesen am 25.09.2026). Nomad liegt mit 18,00 $ für 5 Tage und 33,00 $ für 10 Tage dazwischen. Dafür bekommst du bei eSIM4Travel 3 GB Vollgas pro Tag statt 5 GB, und der Europa-Trick oben funktioniert nur bei Saily. Wenn dir der reine Preis wichtiger ist als das Tageslimit, ist eSIM4Travel auch im Unbegrenzt-Segment die günstigere Wahl.

Bei den festen Datenpaketen ist es genau umgekehrt: Dort kostet Saily für 10 GB in 30 Tagen im Bulgarien-Tarif 11,99 US-Dollar, im Europa-Tarif dagegen 35,99 US-Dollar (esimdb-Auslesung vom 02.07.2026, also rund zwölf Wochen alt – prüf das im Bestellvorgang nach). Die Faustregel lautet deshalb: bei Saily festes Volumen → Länderpaket, unbegrenzt ab 20 Tagen → Europapaket. Das ist ausdrücklich eine Saily-Regel und kein Gesetz der Kategorie. Nomad zeigt dieselbe Richtung (16,00 $ Bulgarien gegen 23,00 $ Europa, esimdb vom 17.09.2026), eSIM4Travel dagegen nicht: Dort liegen 10 GB / 30 Tage bei 7,64 $ für Bulgarien und 7,93 $ für das Europa-Paket (esimdb, ausgelesen am 25.09.2026) – bei praktisch gleichem Preis ist dort das Regionalpaket die bessere Wahl. Und die Regionalpakete decken nicht dasselbe Gebiet ab: eSIM4Travel nennt 41 Länder, Saily 35 für die unbegrenzten Tarife, für die festen Datenpakete wie das 35,99-$-Angebot aber nur 34. Wer ohnehin über Rumänien oder Griechenland weiterreist, fährt mit dem Regionalpaket doppelt gut.

Zum Vergleich noch der lokale Maßstab: Vivacoms Prepaid-Zusatzpaket „Data L“ kostet 7,50 Euro für 6.000 + 6.000 MB in 21 Tagen – Vivacom schreibt beide Hälften ausdrücklich als „на максимална скорост“, also zum Höchsttempo, und nennt dieselben 12.000 MB auch fürs EU-Roaming ohne Aufschlag (geprüft am 25.09.2026). Wo die Roaming-Menge abweicht, führt Vivacom sie getrennt auf; bei Data L tut es das nicht. Zusammengerechnet sind das 12 GB, also 0,625 Euro je Gigabyte. Weil alle Anbieterpreise auf dieser Seite in US-Dollar stehen, hier der Umrechnungsanker: Der Euro-Referenzkurs der EZB für den 24.09.2026 liegt bei 1 Euro = 1,1367 US-Dollar, 0,625 € sind damit 0,71 $ je Gigabyte. Auf dieselbe Kennzahl umgerechnet ist die lokale Karte günstiger als jede Stufe der drei Anbieter: eSIM4Travel kommt bei 20 GB auf 0,72 $, bei 10 GB auf 0,76 $ und bei 50 GB auf 0,78 $, Nomad bei 20 GB auf 1,00 $, und Saily reicht von 1,00 $ je GB (20 GB) bis 1,99 $ je GB (1 GB). Gegen die beste eSIM4Travel-Stufe ist das praktisch dasselbe, gegen Saily und Nomad ein klarer Abstand. Der ehrliche Trade-off: Die lokale Karte ist billiger je Gigabyte, verlangt dafür aber den Gang zum Schalter mit Ausweis, während die Reise-eSIM ein bisschen mehr kostet und dir den Schalter erspart. Preise von A1 und Yettel nenne ich hier nicht – beide legen ihre Prepaid-Tarife auf der eigenen Seite nicht offen genug dar, als dass ich sie guten Gewissens zitieren könnte.

Weiter durch Europa unterwegs? In unserem Länderüberblick findest du die übrigen eSIM-Guides der deutschen Ausgabe.

Häufige Fragen

Brauche ich für Bulgarien überhaupt eine eSIM?

In den meisten Fällen nein. Bulgarien gehört zur EU, und die Verordnung (EU) 2022/612 hält „Roam like at home“ bis zum 30. Juni 2032 in Kraft – dein deutscher Tarif gilt dort zu Inlandspreisen. Eine eSIM lohnt sich, wenn dein Tarif das EU-Roaming-Datenvolumen eng deckelt, wenn du sehr lange bleibst oder wenn du ein Zweitgerät versorgen willst.

Wo finde ich das EU-Roaming-Datenvolumen meines Tarifs?

In den Tarifbedingungen oder der Leistungsbeschreibung deines Anbieters, meist unter „Nutzung im EU-Ausland“ oder „Politik der angemessenen Nutzung“. Die Roaming-Verordnung erlaubt eine solche Fair-Use-Politik ausdrücklich; ihre Berechnung regelt die Durchführungsverordnung (EU) 2016/2286. Wie hoch der Deckel ausfällt, ist von Tarif zu Tarif verschieden, zwei Grenzen gelten aber immer: Bei offenen oder unbegrenzten Datenpaketen muss das EU-Volumen mindestens dem doppelten Nettopreis geteilt durch den Vorleistungsdeckel entsprechen – bei 20 Euro netto und rund 1,10 Euro je Gigabyte also rund 36 GB –, und ist es aufgebraucht, darf dein Anbieter nur einen Aufschlag bis zur Höhe dieses Deckels plus Mehrwertsteuer berechnen, rund 1,31 Euro je Gigabyte, statt dir die Daten abzuschalten.

Zahle ich in Bulgarien noch in Lew?

Nein. Bulgarien ist am 1. Januar 2026 als 21. Mitglied dem Euroraum beigetreten, seit dem 1. Februar 2026 ist der Euro alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel, und die Pflicht zur doppelten Preisauszeichnung endete am 8. August 2026. Reiseführer und Blogs, die noch über Lew-Wechselkurse schreiben, sind veraltet. Alte Lew-Scheine tauscht die Bulgarische Nationalbank nach den Bürger-FAQ des offiziellen Euro-Portals kostenlos und unbefristet um.

Wie gut ist das Netz außerhalb von Sofia?

Rechne mit 4G. Die EU-Kommission weist im Digital-Decade-Länderbericht 2025 für Bulgarien eine 5G-Abdeckung von 81,3 Prozent aus (EU-Schnitt 94,3 Prozent) und in dünn besiedelten Gebieten nur 38,25 Prozent (EU-Schnitt 79,57 Prozent), jeweils für das Datenjahr 2024. Wo 5G steht, ist es sehr schnell – Opensignal misst für A1 einen 5G-Download von durchschnittlich 343,9 Mbit/s –, aber es steht eben nicht überall. Lade Offline-Karten für Bergregionen und Landstraßen.

Funktioniert mein älteres Handy ohne VoLTE in Bulgarien?

Anders als in Deutschland läuft in Bulgarien noch 3G, ein Gerät ohne VoLTE kann für Telefonie also vielerorts darauf zurückfallen. Verlassen würde ich mich nicht darauf: A1 hat im Dezember 2024 mit regionalen Abschaltungen begonnen, Yettel nennt die technologische Bereitschaft für das Jahr 2027, und einen veröffentlichten Fahrplan gibt es nicht. Reise-eSIMs für Bulgarien sind ohnehin reine Datentarife.

Brauche ich für eine bulgarische Prepaid-SIM einen Ausweis?

Ja. Das bulgarische Gesetz über die elektronische Kommunikation verpflichtet Betreiber, Identifikationsdaten von Prepaid-Nutzern zu erheben, und begrenzt eine Person auf zehn Prepaid-Rufnummern. Vivacom nennt in den eigenen häufigen Fragen Personalausweis oder Reisepass als erforderliches Dokument. Eine Reise-eSIM ist dagegen keine bulgarische Teilnehmerbeziehung, sondern Inbound-Roaming eines ausländischen Anbieters – das ist eine Folge der Vertragsstruktur und kein Versprechen von Anonymität.

Quellen

  1. Verordnung (EU) 2022/612 über das Roaming in öffentlichen Mobilfunknetzen in der Union – EUR-Lex, in Kraft seit 01.07.2022, „Roam like at home“ bis 30.06.2032.
  2. Bulgaria 2025 Digital Decade Country Report – Europäische Kommission, veröffentlicht 16.06.2025, Datenjahr 2024 (5G-Abdeckung 81,3 % und 38,25 % in dünn besiedelten Gebieten). Die Einzelwerte stehen im zugehörigen Arbeitsdokument (PDF), das als Textquelle lesbar ist.
  3. Roaming – Politik der Europäischen Kommission – Untergrenze für das EU-Roaming-Volumen offener Datenpakete und gedeckelter Aufschlag statt Abschaltung bei Überschreitung der angemessenen Nutzung. Geprüft am 25.09.2026.
  4. Bulgaria Mobile Network Experience Report, Januar 2026 – Opensignal, Messzeitraum 01.10. bis 29.12.2025 (Betreibervergleich A1, Vivacom, Yettel).
  5. Bulgarien: Reise- und Sicherheitshinweise – Auswärtiges Amt, Stand 25.09.2026 (Taxitarife, EES an den Außengrenzen, keine Reisewarnung).
  6. Bulgaria joins the euro area – Europäische Zentralbank, Umstellungsseiten 2026 (Beitritt am 01.01.2026, Kurs 1 Euro = 1,95583 Lew).
  7. Ende der Pflicht zur doppelten Preisauszeichnung am 8. August – evroto.bg, offizielles bulgarisches Euro-Portal.
  8. Electronic Communications Act, konsolidierte englische Fassung – Ministerium für Verkehr und Kommunikation der Republik Bulgarien (§ 80, Art. 251i, Art. 138d).
  9. Kommt das Ende von 3G in Bulgarien? – TechTrends BG, 17.01.2025 (Aussagen von A1, Yettel und Vivacom zur 3G- und 2G-Abschaltung).
  10. Entry/Exit-System (EES) – Europäische Kommission, GD HOME: schrittweise Einführung ab 12.10.2025, vollständiger Betrieb seit 10.04.2026 (im Klartext auf der Seite genannt). Geprüft am 25.09.2026.
  11. ETIAS – offizielle EU-Seite: kein Startdatum angekündigt, Vorlauf von mehreren Monaten zugesagt. Geprüft am 25.09.2026.
  12. Euro-Referenzkurs US-Dollar – Europäische Zentralbank: 1 Euro = 1,1367 US-Dollar für den 24.09.2026, der einzige auf dieser Seite verwendete Umrechnungskurs.
  13. evroto.bg – Bürger-FAQ: einmonatiger Parallelumlauf, kostenloser und unbefristeter Lew-Umtausch bei der Bulgarischen Nationalbank. Geprüft am 25.09.2026.
  14. Vivacom – interaktive Abdeckungskarte: die oben empfohlene Prüfung der konkreten Route beim Betreiber selbst. Geprüft am 25.09.2026.
  15. Vivacom – häufige Fragen zum Vertragsabschluss: gültiges Ausweisdokument, Personalausweis oder Reisepass, am Schalter erforderlich (geprüft am 25.09.2026).
  16. Vivacom Free2Go Prepaid-Tarif – Vivacom, Preise in Euro, geprüft am 25.09.2026 (EU-Roaming-Volumen und Zusatzpakete).
  17. Bulgaria eSIM data plans – Saily, Preise geprüft am 25.09.2026.
  18. Nomad eSIM für Bulgarien – Tarifübersicht und eSIM4Travel eSIM für Bulgarien – Tarifübersicht – esimdb, Auslesungen vom 20.09.2026 und 23.09.2026.
  19. Bolt in Sofia – Bolt, geprüft am 25.09.2026: Der Block „Available categories in Sofia“ nennt E-Bikes und Roller, „Available services“ Bolt Food; die Fahrtenvermittlung steht in der seitenweiten Navigation. Dazu Uber suspends services in Bulgaria – The Sofia Globe, 06.10.2015.

Fragen oder Korrekturen? Schreib uns über das Kontaktformular.


Zuletzt aktualisiert: 2026-09-25

Copied title and URL