Reise-eSIM für Irland 2026: Mit deutscher SIM überhaupt nötig? Die Nordirland-Falle erklärt

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Fazit: Für einen Urlaub in der Republik Irland brauchst du mit einer deutschen SIM meistens keine Reise-eSIM – Irland ist EU, „Roam like at home“ gilt, dein deutsches Datenvolumen läuft dort ohne Roaming-Aufschlag. Der eigentliche Knackpunkt ist eine Grenze, die du nicht siehst: Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich. Dort gilt das EU-Roaming nicht automatisch, ein „Irland“-Tarif deckt in der Regel nur die Republik ab, dein Handy kann sich schon im Grenzgebiet in ein britisches Netz einbuchen, und für Belfast oder den Giant’s Causeway brauchst du einen Reisepass plus britische ETA – der Personalausweis reicht nicht. Eine lokale Prepaid-SIM ist in Irland übrigens unkompliziert: Eine gesetzliche Ausweis-Registrierungspflicht für Prepaid-Karten gibt es dort nach aktuellem Stand nicht.

Das erfährst du in diesem Artikel:

  • Warum deine deutsche SIM in der Republik Irland fast immer reicht – und wo die Fair-Use-Regeln der EU greifen.
  • Die Nordirland-Falle: ungewolltes UK-Roaming im Grenzgebiet, „Irland“-Tarife ohne UK-Abdeckung, Reisepass- und ETA-Pflicht für den Abstecher nach Belfast.
  • Warum eine irische Prepaid-SIM ohne Registrierungsgesetz auskommt und was Three, Vodafone und eir Touristen anbieten.
  • Das Netz im Umbruch: eir schaltet seit dem 1. Oktober 2026 schrittweise 3G ab, 5G ist breit ausgebaut, aber im Norden und Westen dünner.
  • Atlantikstürme ohne Handy-Warnsystem, Leap Card statt Bankkarte im Dubliner Nahverkehr, Linksverkehr.
  • Preise von Nomad, Saily und eSIM4Travel im Vergleich mit der lokalen Three-SIM.

Irland ist eines der wenigen Länder, über die ich schreibe, bei denen die SIM-Frage selbst fast langweilig ist: EU-Roaming für dich, keine Ausweisregistrierung für Einheimische, Touristen-eSIMs direkt beim Netzbetreiber. Spannend wird es an der Grenze zu Nordirland, und genau die überqueren viele Reisende, ohne es zu merken. Wie Roaming jenseits dieser Grenze grundsätzlich funktioniert, habe ich im Artikel zur Reise-eSIM für Großbritannien beschrieben. Hier geht es um das, was speziell für Irland gilt – mit Quellen, Stand 11. Oktober 2026.

Brauchst du überhaupt eine eSIM? In der Republik Irland gilt Roam like at home

Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links, über die Cairnroam eine Provision erhalten kann – für dich ohne Mehrkosten. Regeln Stand 11. Oktober 2026, gestützt auf die Europäische Kommission, die irische Regulierungsbehörde ComReg, das irische Parlament, das Auswärtige Amt, das britische Innenministerium sowie die Betreiber- und Anbieterseiten selbst; das Preisdatum steht bei jedem Anbieter in der Tabelle. — ferno

Die Europäische Kommission formuliert es eindeutig: „Roam Like At Home“ wird automatisch aktiviert, sobald du dein Handy in einem der 27 EU-Länder nutzt, außerdem in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Ukraine und Moldau (EU-Kommission zum Roaming). Irland ist EU-Mitglied und zahlt in Euro. Dein deutscher Tarif läuft in Dublin, Galway oder Kerry also so wie zu Hause – Telefonie, SMS und Daten aus deinem Inklusivvolumen, ohne Aufschlag.

Zwei Einschränkungen stehen in den EU-Regeln selbst. Erstens ist Roam like at home für vorübergehendes Reisen gedacht: Wer über vier Monate hinweg mehr Zeit im EU-Ausland als zu Hause verbringt und dort roamt, muss mit einem Aufschlag rechnen. Zweitens darf dein Anbieter bei sehr günstigen Datentarifen eine Fair-Use-Grenze für Daten im EU-Ausland setzen. Was darüber hinaus anfällt, ist gedeckelt: Der irische Betreiber eir nennt für 2026 einen regulierten Satz von 1,10 € pro GB ohne Mehrwertsteuer (eir Prepay), ab 2027 sinkt die Obergrenze laut dem EU-Portal Your Europe auf 1 € pro GB zuzüglich Mehrwertsteuer (Your Europe zu Roamingkosten). Schau also in deine Tarifbedingungen, ob dort ein EU-Datenlimit steht, das kleiner ist als dein Inlandsvolumen.

Wenn das nicht der Fall ist und deine Reise in der Republik bleibt, ist meine Empfehlung kurz: deutsche SIM behalten, Offline-Karten laden, fertig. Alle Ziele, bei denen die Rechnung anders ausfällt, findest du im eSIM-Ratgeber für deutsche Reisende.

Wann sich eine Reise-eSIM für Irland trotzdem lohnt

  • Dein Heimtarif hat wenig Daten oder ein EU-Fair-Use-Limit. Wer zu Hause mit wenigen Gigabyte auskommt, in Irland aber Navigation, Taxi-Apps, Wetterwarnungen und Hotspot für den Laptop braucht, fährt mit einem separaten Datenpaket oft entspannter.
  • Du willst eine getrennte Datenleitung. Mit Dual-SIM bleibt deine deutsche Nummer für Anrufe, SMS und Bestätigungscodes aktiv, während die Daten über die Reise-eSIM laufen.
  • Du fährst nach Nordirland oder weiter nach Großbritannien und dein deutscher Tarif schließt das Vereinigte Königreich nicht ein. Das ist der Fall, der in Irland am häufigsten unterschätzt wird – deshalb bekommt er den nächsten Abschnitt.

In allen drei Fällen gilt: Die Reise-eSIMs in diesem Vergleich sind reine Datentarife, ohne irische Rufnummer und ohne SMS. Wer eine irische Nummer will, nimmt die lokale SIM weiter unten.

Die unsichtbare Grenze: Nordirland ist nicht EU-Roaming

Zwischen der Republik Irland und Nordirland gibt es keine Grenzkontrollen, oft nicht einmal ein Schild, das man bemerkt. Für dein Handy ist die Grenze trotzdem real. Die EU-Kommission schreibt ausdrücklich, dass Roam like at home seit dem Brexit nicht im Vereinigten Königreich gilt; manche Anbieter behalten die Konditionen freiwillig bei, man solle das vor der Reise beim eigenen Anbieter prüfen (EU-Kommission). Ob dein deutscher Tarif das UK einschließt, steht in deinen Tarifbedingungen – eine pauschale Antwort für alle deutschen Netzbetreiber gibt es nicht.

Dazu kommt das ungewollte Roaming. Die irische Regulierungsbehörde ComReg beschreibt, dass sich ein Handy in Grenzregionen mit dem Netz eines anderen Landes verbinden kann, und nennt als Beispiel ausgerechnet Nordirland: Dort könnten Roaming-Gebühren anfallen, abhängig von der Politik deines Heimanbieters. Der Rat von ComReg: die automatische Netzwahl deaktivieren und das Netz von Hand wählen (ComReg zum Roaming). Wer entlang der Grenze unterwegs ist, sollte das vorher einstellen. Auf den Fähren über die Irische See weist ComReg auf einen weiteren Punkt hin: Satellitennetze an Bord fallen nicht unter Roam like at home und können teuer werden – Mobilfunk an Bord also besser ausschalten.

Auch eine Reise-eSIM hilft nicht automatisch. Nomad zum Beispiel weist für seinen Irland-Tarif als Abdeckung nur Irland aus (Nomad-Produktseite). Wenn Belfast, der Giant’s Causeway oder Derry auf deiner Route liegen, nimm einen Tarif, dessen Länderliste ausdrücklich das Vereinigte Königreich enthält, oder buch für diesen Abschnitt ein eigenes UK-Paket. Welche Regionalpakete der Anbieter das UK genau abdecken, habe ich nicht verlässlich bestätigen können – prüfe die Länderliste vor dem Kauf.

Und dann die Papiere. Das Auswärtige Amt schreibt: Eine Weiterreise in das Vereinigte Königreich, auch nach Nordirland, ist mit Personalausweis oder vorläufigem Personalausweis für deutsche Staatsangehörige nicht möglich; außerdem ist seit dem 2. April 2025 eine elektronische Einreisegenehmigung (ETA) erforderlich (Auswärtiges Amt zu Irland). Das britische Innenministerium bestätigt, dass es an der Landgrenze zwischen Irland und Nordirland keinerlei Einreisekontrollen gibt, dass aber auch, wer nach Nordirland einreist, die britischen Einreiseregeln einhalten und – sofern erforderlich – eine ETA haben muss (Home-Office-Factsheet zur ETA). Die ETA kostet £20, wird online oder in der UK-ETA-App beantragt, die Entscheidung kommt meist innerhalb eines Tages, kann aber bis zu drei Werktage dauern; sie gilt zwei Jahre oder bis zum Ablauf des Passes (GOV.UK zur ETA). GOV.UK warnt ausdrücklich vor Websites, die Behördenseiten imitieren und mehr verlangen. Beantrag die ETA also vor dem Tagesausflug, nicht im Bus Richtung Belfast.

Reist du mit Begleitung ohne EU-Pass: Wer als Nicht-EU-Bürger zuerst über die Landgrenze aus Nordirland in die Republik einreist, muss sich laut irischer Einwanderungsbehörde innerhalb von 30 Tagen bei einer Einwanderungsstelle melden, etwa in Dundalk, am Flughafen oder Hafen Dublin oder bei einer örtlichen Garda-Dienststelle (Irish Immigration Service). Das betrifft vor allem Reisende, die in Belfast landen und dann in den Süden fahren.

Irische Prepaid-SIM: kein Registrierungsgesetz, Touristen-eSIM direkt vom Betreiber

Anders als in vielen anderen EU-Ländern gibt es in Irland nach allem, was ich finden konnte, kein Gesetz, das eine Ausweisregistrierung für Prepaid-SIMs vorschreibt. Schon 2013 antwortete der zuständige Minister im irischen Parlament, ein Vorschlag zur Registrierung aller Mobilfunkkunden sei geprüft und als nicht praktikabel verworfen worden, es gebe keine aktuellen Pläne, die Anbieter dazu zu verpflichten (Dáil, schriftliche Antwort vom 12.03.2013). Die Regulierungsbehörde ComReg behandelt in einer Konsultation vom 31. März 2026 Laufzeitverträge als den Weg mit Kundenprüfung über das Zahlungskonto – Prepaid also als den Weg ohne. In derselben Konsultation erwägt ComReg allerdings, dass neue Prepaid-SIMs Anrufe und SMS erst nach einer ersten Aufladung empfangen sollen (ComReg-Konsultation 26/24). Das ist bisher nur ein Vorschlag; laut einer Parlamentsantwort vom 7. September 2026 werden die Rückmeldungen noch ausgewertet (Dáil, schriftliche Antworten vom 07.09.2026). Ob einzelne Shops trotzdem einen Ausweis sehen wollen, kann ich nicht ausschließen.

Für Touristen am bequemsten ist das „Visit Ireland“-Angebot von Three: als eSIM online, in der App oder telefonisch aktivierbar, ohne Shopbesuch, freigeschaltet durch eine Aufladung per Debit- oder Kreditkarte oder PayPal. Visit Ireland 5GB kostet 15 € für 7 Tage mit 5 GB Daten und 50 Inlandsminuten, Visit Ireland 25GB kostet 25 € für 28 Tage mit 25 GB, 250 Minuten oder SMS und 50 internationalen Minuten. Physische SIMs gibt es am Flughafen Dublin bei WH Smith in Terminal 1 und an SIM-Local-Automaten in den Terminals 1 und 2 (Three Visit Ireland). Ein Punkt, den du kennen solltest: Die Karte wirbt mit „Ireland and EU Data“, die Bedingungen sagen aber, dass alle Inklusivleistungen nur in der Republik Irland gelten. Für Nordirland plane die SIM also nicht ein.

Bei Vodafone Irland bekommt eine eSIM mit neuer Nummer nur, wer in einen Shop geht – online gibt es sie nur bei Rufnummernmitnahme (Vodafone.ie Prepaid). eir wirbt bei Prepaid mit Tarifen ab 10 €. Der echte Vorteil der lokalen Varianten gegenüber einer Reise-eSIM ist die irische Rufnummer; der Nachteil, dass du sie erst nach der Landung oder per Betreiber-App einrichtest und sie dir außerhalb der Republik nichts nützt.

Das Netz 2026: drei Betreiber, eir schaltet 3G ab, 5G breit, im Norden und Westen dünner

Irland hat drei Netzbetreiber: Three, Vodafone und eir. Gemessen an Sprachverträgen (ohne mobiles Breitband und Maschinenverbindungen) lag Vodafone Ende Juni 2026 bei 31,8 Prozent Marktanteil, Three bei 27,7 Prozent und eir bei 24,9 Prozent; der Rest entfällt auf virtuelle Anbieter wie Tesco Mobile oder Lyca (ComReg Quarterly Key Data Report Q2 2026). Die Marken heißen weiterhin so – die Fusion „VodafoneThree“, von der man liest, betrifft das Vereinigte Königreich, nicht Irland.

Aktuell läuft eine Netzabschaltung: eir schaltet sein 3G-Netz seit dem 1. Oktober 2026 schrittweise ab, verteilt über mehrere Wochen, beginnend in Donegal, ab dem 14. Oktober auch in Sligo; betroffen sind auch GoMo und Lyca, die eirs Netz nutzen. Vodafone hat 3G bereits im Oktober 2024 abgeschaltet. Für Three nennt ComReg keinen Termin (ComReg zur 3G-Abschaltung). Panik ist nicht angebracht: 2G bleibt. Laut ComReg telefonieren reine 2G/3G-Geräte weiter über 2G, nur die Daten leiden; wer ein 4G- oder 5G-Smartphone hat, ist voraussichtlich nicht betroffen.

Beim 5G-Ausbau steht Irland laut dem Digital-Decade-Länderbericht 2026 der EU-Kommission solide da: Die Basis-5G-Abdeckung erreichte für 2025 96,31 Prozent (EU: 96,79 Prozent), in dünn besiedelten Gebieten 89,14 Prozent. Schwächer ist die schnelle Ebene im 3,4–3,8-GHz-Band mit 65,66 Prozent (EU: 74,75 Prozent), in dünn besiedelten Gebieten nur 22,46 Prozent. Der Bericht nennt die Region Nord und West ausdrücklich als schwächer bei 5G (EU-Länderbericht Irland 2026). Für Donegal, Connemara oder Mayo heißt das: Offline-Karten laden und nicht mit durchgehend schnellem 5G planen.

Welche Netze die Reise-eSIMs nutzen: Nomad nennt auf der eigenen Seite Three und eir, jeweils mit 5G. eSIM4Travel benennt seine Irland-Tarife laut eSIMDB nach Vodafone und Three. Für Saily habe ich keine belastbare Netzangabe gefunden, daher nenne ich keine.

Vor dem Kauf: Ist dein Handy eSIM-fähig und entsperrt?

Wenn du eine Reise-eSIM nimmst, prüfe zwei Dinge. Beim iPhone unterstützen laut Apple das iPhone XS, XS Max, XR und neuere Modelle eSIM (Apple zu Dual-SIM mit eSIM). Ob dein iPhone gesperrt ist, siehst du unter Einstellungen › Allgemein › Info: Steht bei der Netzbetreibersperre „Keine SIM-Beschränkungen“, ist es frei; entsperren kann nur dein Netzbetreiber (Apple zum Entsperren). Google-Pixel-Geräte können ab dem Pixel 3a Dual-SIM (Pixel-Hilfe). Installier die eSIM am besten noch zu Hause im WLAN und schalte sie in Irland als Datenleitung ein; deine deutsche SIM bleibt für Anrufe und SMS aktiv.

Einreise und Sicherheit: was das Auswärtige Amt sagt

Als deutsche Staatsangehörige reist du mit Reisepass, vorläufigem Reisepass, Personalausweis, vorläufigem Personalausweis oder Kinderreisepass ein; das Dokument muss bei Ein- und Ausreise gültig sein. Eine Reisewarnung gibt es nicht (Stand 11.10.2026, Auswärtiges Amt). Weil Irland nicht zum Schengen-Raum gehört (Citizens Information zu Schengen), zeigst du bei der Ankunft deinen Pass oder Personalausweis bei der Einreisekontrolle vor; mit biometrischem Pass kannst du ab 18 Jahren die eGates am Flughafen Dublin nutzen (Irish Immigration Service). Das neue EU-Einreise-/Ausreisesystem EES betrifft dich ohnehin nicht, und Irland nimmt laut irischer Einwanderungsbehörde gar nicht daran teil (Irish Immigration Service zum EES). Auch ETIAS betrifft Irland nicht: Es gilt laut Citizens Information für den Schengen-Raum und Zypern und ist laut EU-Kommission ohnehin noch nicht in Betrieb (EU-Kommission zu ETIAS).

Die Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts nennen Kleinkriminalität an touristischen Orten und Aufbrüche von Autos auf unbewachten Park- und Campingplätzen; Gewaltkriminalität sei selten. Es herrscht Linksverkehr, der deutsche Führerschein wird anerkannt, Mautgebühren zahlst du vor Ort oder online über eToll. Pfefferspray und Taser sind verboten. Die Europäische Krankenversicherungskarte wird akzeptiert.

Atlantikstürme und Notruf: warum du in Irland mobile Daten brauchst

Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass besonders von September bis Dezember vereinzelt Tiefdruckgebiete mit Orkanstärke vom Atlantik nach Irland ziehen können, und empfiehlt, die Sturm- und Unwetterwarnungen des irischen Wetterdienstes Met Éireann zu verfolgen, auch per App. Das ist wichtiger, als es klingt: Die Republik Irland hat noch kein Warnsystem, das Alarme direkt aufs Handy schickt. Die Regierung hat die Beschaffung eines Cell-Broadcast-Warnsystems erst im Juni 2026 beschlossen, die Einführung wird für 2027 erwartet (gov.ie, 05.06.2026). In Nordirland gibt es dagegen das britische System Emergency Alerts, das nach deinem aktuellen Standort warnt (GOV.UK Emergency Alerts). In der Republik erfährst du von Stürmen also über Wetter-App, Website und Medien – dafür brauchst du Daten.

Der Notruf ist 112 oder 999, kostenlos von jedem Telefon. Laut ComReg erreichst du den Notruf auch ohne Guthaben über jedes Netz (ComReg zu Stürmen). Die Notruf-SMS an die 112 ist für Menschen gedacht, die nicht telefonieren können (gov.ie zum Notruf); dafür brauchst du eine Telefonnummer, die eine reine Daten-eSIM nicht hat. Ein Grund mehr, die deutsche SIM neben der Reise-eSIM aktiv zu lassen. ComReg rät außerdem, bei Sturmwarnungen Geräte und Powerbank aufzuladen.

Unterwegs: Leap Card statt Bankkarte, Taxi-Apps und bargeldlos zahlen

Laut Auswärtigem Amt kannst du überall mit Kredit- oder Debitkarte und mit dem Handy zahlen, Barzahlung in Geschäften und Restaurants wird zunehmend unüblich, und größere Scheine wie 100 € werden womöglich nicht angenommen. Eine Ausnahme ist ausgerechnet der Dubliner Nahverkehr: In Bussen, Luas und DART kannst du noch nicht mit der Bankkarte kontaktlos zahlen. Die Verkehrsbehörde NTA plant neue Lesegeräte ab 2027 und kontaktloses Bezahlen mit Bankkarte oder Handy ab 2028 (RTÉ, 21.01.2026). Bis dahin fährst du mit der Leap Card.

Taxi-Apps brauchen Daten. Uber vermittelt in Irland lizenzierte Taxis, unter anderem in Dublin, Cork, Galway, Limerick, Waterford und Killarney sowie an den Flughäfen Dublin und Shannon. Bolt fährt in Dublin, mit dem Hinweis, dass Fahrpreise an Feiertagen je nach NTA-Regeln über der Schätzung liegen können. Auch FREENOW ist in Irland aktiv.

Preise im Vergleich: Nomad, Saily, eSIM4Travel und die lokale Three-SIM

Wenn einer der Fälle oben auf dich zutrifft, hier die Preise für die Republik Irland. Nomad habe ich direkt auf der Anbieterseite geprüft; Nomad weist dort Euro- und Dollarpreise aus, ich nenne beide, damit du mit den anderen Spalten vergleichen kannst. Für Saily und eSIM4Travel stammen die Staffeln aus dem Vergleichsportal eSIMDB, in US-Dollar und mit dem dort angegebenen Aktualisierungsdatum – seitdem können sich die Preise geändert haben.

PaketNomad (Anbieterseite, Stand 11.10.2026)Saily (USD, laut eSIMDB, Stand 04.10.2026)eSIM4Travel (USD, laut eSIMDB, Stand 23.09.2026)
1 GB / 7 Tage4,02 € (4,50 $)3,99 $1,19 $
3 GB / 30 Tage8,03 € (9,00 $)7,99 $2,32 $
5 GB / 30 Tage11,15 € (12,50 $)10,99 $3,38 $
10 GB / 30 Tage14,28 € (16,00 $)17,99 $6,05 $
20 GB / 30 Tage17,85 € (20,00 $)25,99 $11,38 $
50 GB / 30 Tage40,15 € (45,00 $)nicht gelistet30,68 $
Einzelland-Tarife für Irland, Preise ohne Rabattcode. Nomad in Euro mit Dollarpreis in Klammern, Saily und eSIM4Travel in US-Dollar. Quellen im Abschnitt am Ende dieser Seite.

Was die Tabelle zeigt: Nach den eSIMDB-Werten ist eSIM4Travel in jeder Stufe am günstigsten. Zwischen Saily und Nomad kippt die Reihenfolge: Saily ist bei 1, 3 und 5 GB etwas günstiger, Nomad bei 10 GB (16,00 $ gegenüber 17,99 $) und 20 GB (20,00 $ gegenüber 25,99 $).

  • eSIM4Travel — Tarife laut eSIMDB „Ireland (Vodafone, Three)“, als 5G markiert, reine Daten. Die Staffel stammt von eSIMDB, die Irland-Seite von eSIM4Travel zeigt die Preise nur dynamisch an. Für eSIM4Travel habe ich keinen Rabattcode.
  • Nomad — die einzige Staffel, die ich direkt auf der Nomad-Produktseite prüfen konnte. Netze Three und eir, Abdeckung nur Irland. Der Tarif startet automatisch, sobald du dich ins Netz einbuchst, spätestens 60 Tage nach dem Kauf. Rabattcode ILEXBDNSXSBA über 5 US-Dollar, nach den Bedingungen von Nomad.
  • Saily — Staffel laut eSIMDB; die Irland-Seite von Saily konnte ich nicht abrufen. Laut eSIMDB bietet Saily für Irland keine Rufnummer und keine SMS. Rabattcode CAIRNR6205 über 5 US-Dollar, nach den Bedingungen von Saily.

Achtung bei „Unlimited“-Tarifen: Unbegrenzt ist keiner. Nomad gibt 2 GB pro Tag mit voller Geschwindigkeit, danach gedrosselt (3 Tage 9,82 €, 5 Tage 16,06 €, 7 Tage 22,31 €, 10 Tage 29,45 €). Bei eSIM4Travel sind es laut eSIMDB 3 GB pro Tag, bei Saily 5 GB pro Tag, danach jeweils gedrosselt. Für eine Woche Dublin reicht ein festes Paket mit 3 oder 5 GB in der Regel.

Zum Vergleich die lokale Three-SIM: 15 € für 5 GB und 7 Tage oder 25 € für 25 GB und 28 Tage, jeweils mit irischer Nummer und Freiminuten, aber nur in der Republik nutzbar. Wer zwei, drei Wochen bleibt und eine irische Nummer brauchen kann, findet hier ein faires Angebot; wer nur Daten will, bekommt bei den Reise-eSIMs kleinere Pakete, je nach Anbieter ab wenigen Euro.

Sechs veraltete Behauptungen über Mobilfunk in Irland

BehauptungWas wirklich gilt
„Für eine irische Prepaid-SIM musst du dich mit Ausweis registrieren.“Ein Registrierungsgesetz gibt es nicht; der Minister lehnte es 2013 ab. Three verkauft Touristen-eSIMs online mit Kartenzahlung.
„Am Flughafen gibt es eine SIM mit 3 GB für rund 15 €.“Three Visit Ireland: 15 € für 5 GB und 7 Tage, 25 € für 25 GB und 28 Tage.
„Nomad nutzt in Irland Vodafone und Three.“Nomad nennt Three und eir.
„Eine Irland-eSIM funktioniert auch in Belfast.“Nordirland ist UK. Nomads Irland-Tarif deckt nur die Republik ab, und EU-Roaming gilt im UK nicht automatisch.
„Three hat 3G schon abgeschaltet, ohne VoLTE gehen keine Anrufe mehr.“ComReg nennt Vodafone (Oktober 2024) und eir (ab 1. Oktober 2026). Für Three gibt es keinen Termin; 2G trägt Anrufe älterer Geräte weiter.
„In Dublin hältst du einfach die Bankkarte an den Busleser.“Kontaktloses Bezahlen mit Bankkarte ist für 2028 geplant; bis dahin Leap Card.
Die Belege zu jeder Zeile stehen im Quellenabschnitt am Ende dieser Seite.

Checkliste für deine Irland-Reise

  1. Heimtarif prüfen: Gibt es ein EU-Datenlimit unter deinem Inlandsvolumen? Und ist das Vereinigte Königreich enthalten?
  2. Route prüfen: Geht es nach Nordirland oder Großbritannien? Dann Reisepass statt Personalausweis, ETA vorab bei GOV.UK oder in der offiziellen App, und Datentarif mit UK in der Länderliste.
  3. Im Grenzgebiet: automatische Netzwahl ausschalten und das irische Netz manuell wählen.
  4. Falls Reise-eSIM: eSIM-Fähigkeit und SIM-Lock prüfen, Profil zu Hause im WLAN installieren, deutsche SIM für Anrufe und SMS aktiv lassen.
  5. Met-Éireann-App installieren, besonders zwischen September und Dezember.
  6. Für Dublin: Leap Card statt Bankkarte im Nahverkehr einplanen.
  7. Offline-Karten laden, besonders für den Norden und Westen.

Geht es nach Irland weiter auf den Kontinent, findest du die Details etwa für Frankreich und die Niederlande in eigenen Artikeln.

FAQ

Brauche ich in Irland eine Reise-eSIM, wenn ich eine deutsche SIM habe?

Für die Republik Irland meistens nicht. Irland ist EU-Mitglied, „Roam like at home“ gilt, und du nutzt dein deutsches Inklusivvolumen ohne Aufschlag. Sinnvoll ist eine Reise-eSIM bei kleinem Datenvolumen oder EU-Fair-Use-Limit, für eine getrennte Datenleitung oder wenn dein Tarif das Vereinigte Königreich nicht einschließt und du nach Nordirland fährst.

Gilt EU-Roaming auch in Nordirland?

Nicht automatisch. Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich, und laut EU-Kommission gilt Roam like at home dort seit dem Brexit nicht; manche Anbieter schließen das UK freiwillig ein. Prüfe deinen Tarif und schalte im Grenzgebiet die automatische Netzwahl aus, wie es die irische Regulierungsbehörde ComReg empfiehlt.

Reicht mein Personalausweis für einen Ausflug nach Belfast?

Nein. Laut Auswärtigem Amt ist die Weiterreise ins Vereinigte Königreich, auch nach Nordirland, mit Personalausweis für Deutsche nicht möglich. Du brauchst einen Reisepass und eine ETA, die £20 kostet und auch ohne Kontrolle an der Landgrenze vorgeschrieben ist.

Muss ich mich für eine irische Prepaid-SIM registrieren?

Ein Gesetz zur Ausweisregistrierung von Prepaid-SIMs gibt es in Irland nach aktuellem Stand nicht. Die Regulierungsbehörde ComReg prüft jedoch, ob neue Prepaid-SIMs Anrufe und SMS erst nach einer Aufladung empfangen sollen. Three verkauft seine Visit-Ireland-eSIM online mit Aktivierung per Aufladung.

Betrifft mich die 3G-Abschaltung in Irland?

Mit einem 4G- oder 5G-Smartphone voraussichtlich nicht. eir schaltet 3G seit dem 1. Oktober 2026 schrittweise ab, Vodafone hat es bereits 2024 getan. Ältere Geräte telefonieren laut ComReg weiter über 2G, nur die Daten sind betroffen.

Sind Unlimited-Tarife für Irland wirklich unbegrenzt?

Nein. Nomad bietet 2 GB pro Tag mit voller Geschwindigkeit, eSIM4Travel laut eSIMDB 3 GB und Saily 5 GB pro Tag. Danach wird jeweils gedrosselt.

Bekomme ich in Irland Unwetterwarnungen aufs Handy?

In der Republik noch nicht automatisch: Ein Cell-Broadcast-Warnsystem wird erst beschafft, die Einführung ist für 2027 geplant. Installiere die App des Wetterdienstes Met Éireann. In Nordirland warnt das britische System Emergency Alerts.

Quellen und weiterführende Links

Fragen oder Korrekturen? Schreib uns über das Kontaktformular.


Zuletzt aktualisiert: 2026-10-11

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