Fazit: Mit deutscher SIM surfst, telefonierst und simst du 2026 in allen 27 EU-Ländern, in Island, Liechtenstein und Norwegen sowie seit dem 1. Januar 2026 in der Ukraine und Moldau zu Inlandskonditionen – also auch in Kroatien, Spanien, Frankreich, Polen und im finnischen Lappland. Nicht dazu gehören unter anderem die Schweiz, Großbritannien, Andorra, Monaco, die Türkei und die sechs Westbalkanstaaten (Serbien, Montenegro, Albanien, Bosnien und Herzegowina, Kosovo, Nordmazedonien). Dort entscheidet allein dein Tarif: Die Telekom zählt die Schweiz und Großbritannien laut eigener Seite freiwillig zum EU-Roaming, Vodafone und o2 behandeln Großbritannien derzeit wie die EU, o2 vorerst bis zum 31. Dezember 2026, die Schweiz aber nicht; bei o2 kostet die Schweiz je nach Vertragsabschluss 2,99 € oder 4,99 € pro Tag. Eine Reise-eSIM lohnt sich vor allem für Etappen außerhalb dieser Zone, für knappe Fair-Use-Grenzen und für lange Aufenthalte.
Das erfährst du in diesem Artikel:
- In welchen Ländern „Roam like at home“ 2026 gesetzlich gilt – mit der vollständigen Länderliste und den Gebieten in äußerster Randlage wie den Kanaren oder Madeira.
- Was die Fair-Use-Grenze bedeutet, wie sie berechnet wird und ab wann ein Betreiber bei „dauerhaftem Roaming“ Aufschläge verlangen darf.
- Die Fallen: Schweiz, Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino, Westbalkan, Türkei, Schiffe, Flugzeuge und Grenzregionen wie der Bodensee.
- Eine Länderübersicht mit dem Roaming-Status und den passenden Reise-Guides auf Cairnroam.
- Wann eine Reise-eSIM trotz EU-Roaming sinnvoll ist – und wann du dir das Geld sparen kannst.
Ich wohne in Köln, bin viel in Europa unterwegs, und vor jeder Europareise steht dieselbe Frage: „Brauche ich da eine eSIM oder geht meine deutsche Karte einfach?“ In den meisten Ländern, über die ich auf Cairnroam schreibe, lautet die Antwort: Sie geht einfach. Spannend wird es an den Rändern der Roaming-Zone, und die verlaufen nicht immer da, wo man sie vermutet. Andorra liegt mitten zwischen Frankreich und Spanien und gehört trotzdem nicht dazu, die Ukraine dagegen seit diesem Jahr schon. Dieser Überblick bündelt, was die EU-Kommission, die Bundesnetzagentur und die Roaming-Verordnung dazu sagen, und verweist für jedes Land auf den ausführlichen Guide. Die Regeln habe ich am 17. Oktober 2026 geprüft. Alle Reiseziele findest du außerdem im eSIM-Ratgeber für deutsche Reisende.
- Wo gilt EU-Roaming 2026? EU, EWR, Ukraine und Moldau
- Fair Use und „dauerhaftes Roaming“: die Grenzen der Regel
- Die Fallen: Wo EU-Roaming endet
- Schweiz: kein EU-Roaming – aber bei der Telekom inklusive
- Großbritannien: keine Pflicht, aber derzeit meist wie EU
- Andorra, Monaco, San Marino, Vatikanstadt: Kleinstaaten mit eigenen Regeln
- Westbalkan: Verhandlungen laufen, in Kraft ist nichts
- Türkei, Färöer und Nordzypern
- Schiff, Flugzeug und Grenzregionen
- Länderübersicht: Roaming-Status mit deutscher SIM
- Wann sich eine Reise-eSIM trotzdem lohnt
- FAQ
- Gibt es eine deutsche SIM-Karte, die in der Schweiz kein Roaming verlangt?
- Gilt EU-Roaming in Andorra?
- Gilt EU-Roaming in Kroatien?
- Was sagt die Bundesnetzagentur zur Nutzung einer deutschen SIM in Spanien?
- Funktioniert deutsches Roaming in Finnland und in Lappland?
- Gilt meine deutsche eSIM in Frankreich?
- Brauche ich für Polen Roaming oder eine eSIM?
- Quellen und weiterführende Links
Wo gilt EU-Roaming 2026? EU, EWR, Ukraine und Moldau
Hinweis: Diese Seite enthält Affiliate-Links, über die Cairnroam eine Provision erhalten kann – für dich ohne Mehrkosten. Regeln Stand 17. Oktober 2026, gestützt auf die Roaming-Verordnung (EU) 2022/612, die Europäische Kommission, Your Europe, die Bundesnetzagentur, das Schweizer BAKOM, das Europäische Parlament sowie die Roaming-Seiten von Telekom, Vodafone und o2. — ferno
Die Grundregel ist einfach. Laut Europäischer Kommission wird „Roam Like At Home“ automatisch aktiv, sobald du dein Handy in einem der 27 EU-Länder nutzt, außerdem in Island, Liechtenstein, Norwegen, der Ukraine und Moldau (EU-Kommission zum Roaming). Du musst nichts buchen: Anrufe, SMS und Daten werden so abgerechnet oder von deinem Inlandsvolumen abgezogen, als wärst du zu Hause. Das schließt die Qualität ein, also etwa 5G, wenn du es in Deutschland nutzt und das besuchte Netz es anbietet. Rechtsgrundlage ist die Roaming-Verordnung (EU) 2022/612, die bis zum 30. Juni 2032 gilt.
Die Bundesnetzagentur zählt die Länder einzeln auf: Belgien, Bulgarien, Dänemark, Deutschland, Estland, Finnland, Frankreich, Griechenland, Irland, Italien, Kroatien, Lettland, Litauen, Luxemburg, Malta, Niederlande, Österreich, Polen, Portugal, Rumänien, Schweden, Slowakei, Slowenien, Spanien, Tschechien, Ungarn und Zypern, dazu der Europäische Wirtschaftsraum mit Island, Liechtenstein und Norwegen und die Gebiete in äußerster Randlage (Bundesnetzagentur, FAQ EU-Roaming). Das sind laut Europäischem Parlament neun Regionen: die Kanaren, Madeira und die Azoren sowie Martinique, Guadeloupe, Französisch-Guayana, Réunion, Mayotte und Saint-Martin (Europäisches Parlament zu den Gebieten in äußerster Randlage). Der Winterurlaub auf Teneriffa ist roaming-technisch also derselbe Fall wie ein Wochenende in Brüssel.
Neu ist 2026 die Ostgrenze. Seit dem 1. Januar 2026 gehören die Ukraine und Moldau zur Roaming-Zone; die Bundesnetzagentur beschreibt die Grundlage, Beschlüsse unter den Assoziierungsabkommen mit beiden Ländern, und die Kommission meldet das Roaming in der Ukraine als voll in Betrieb (EU-Kommission, Ukraine). Und auch das gehört zur Regel: Wer aus Spanien in Frankreich anruft, zahlt laut Bundesnetzagentur genauso viel wie bei einem Anruf innerhalb Deutschlands. Roam like at home gilt also nicht nur für Anrufe nach Hause, sondern auch zwischen zwei anderen Ländern der Zone.
Ein Missverständnis räume ich gleich aus: Ob deine deutsche SIM eine Plastikkarte oder eine eSIM ist, spielt keine Rolle. Roam like at home hängt an deinem Mobilfunkvertrag und dem Land, in dem du ihn abgeschlossen hast, nicht an der Bauform der SIM.
Fair Use und „dauerhaftes Roaming“: die Grenzen der Regel
„Wie zu Hause“ heißt nicht „unbegrenzt“. Hast du in Deutschland einen Vertrag mit festem Datenvolumen, ist genau dieses Volumen auch im EU-Ausland deine Grenze. Hast du dagegen unbegrenzte Daten oder sehr günstige Gigabyte, darf dein Betreiber eine Fair-Use-Grenze für das Roaming setzen. Laut Your Europe kann diese Grenze niedriger liegen als dein Inlandsvolumen (Your Europe zu Roamingkosten). Die Kommission nennt die Formel, mit der du die Rechnung deines Betreibers prüfen kannst: Das Roaming-Volumen muss mindestens das Doppelte dessen betragen, was herauskommt, wenn man den Monatspreis deines Pakets ohne Mehrwertsteuer durch die regulierte Vorleistungsobergrenze pro Gigabyte teilt.
Diese Obergrenze sinkt nach Artikel 11 der Verordnung stufenweise: Seit dem 1. Januar 2026 liegt sie bei 1,10 € pro GB, ab dem 1. Januar 2027 bei 1,00 € (Verordnung (EU) 2022/612). Your Europe rechnet noch mit dem Wert von 2025, 1,30 € pro GB; die Seite wurde zuletzt im Januar 2026 überprüft. Ein Beispiel von dort: Wer 13 € netto für einen unbegrenzten Vertrag zahlt, bekommt beim Roaming mindestens 2 × (13 € / 1,30 €) = 20 GB. Mit dem Wert von 2026 wäre das Ergebnis etwas höher. Wichtig für dich sind drei Schutzregeln: Dein Betreiber muss dich vorab über die Grenze informieren, laut Kommission bei 80 Prozent warnen, und er nennt die Grenze in der SMS, die du beim Grenzübertritt bekommst. Über der Grenze darfst du weiter surfen, zahlst dann aber höchstens den Aufschlag in Höhe der Vorleistungsobergrenze plus Mehrwertsteuer.
Für Prepaid gilt eine eigene Rechnung. Wer pro Einheit zahlt und dessen Inlandspreis unter der Obergrenze liegt, bekommt laut Your Europe mindestens so viel Roaming-Volumen, wie sich aus dem Restguthaben zu Beginn des Roamings geteilt durch die Obergrenze ergibt.
Die zweite Grenze betrifft alle, die länger bleiben. Roam like at home ist für vorübergehende Reisen gedacht. Your Europe beschreibt den Ablauf: Dein Betreiber darf dein Roaming über vier Monate beobachten. Warst du in diesem Zeitraum länger im Ausland als zu Hause und hast du dort mehr Daten verbraucht als im Inland, darf er dich kontaktieren; du hast dann 14 Tage Zeit, die Lage zu klären. Ändert sich nichts, darf er Aufschläge verlangen, gedeckelt auf 1,9 Cent pro Minute, 0,3 Cent pro SMS und die Daten-Obergrenze, jeweils ohne Mehrwertsteuer. Wer ganz umzieht, verliert laut EU-Kommission (Fragen und Antworten) unter Umständen das Roaming zu Inlandspreisen beim alten Anbieter und sollte einen Vertrag im neuen Wohnsitzland abschließen. Für Grenzpendler gibt es eine Erleichterung: Jeder Tag, an dem sich das Handy ins Heimatnetz einbucht, zählt laut Bundesnetzagentur als Tag der Inlandsnutzung.
Die Fallen: Wo EU-Roaming endet
Die Kommission formuliert die Kehrseite klar: Länder außerhalb von EU und EWR sind nicht abgedeckt, viele Betreiber dehnen ihre Angebote aber freiwillig auf Drittstaaten aus. Für die Ukraine und Moldau gilt die Regel inzwischen kraft Abkommen. Überall sonst entscheidet dein Tarif. Die Bundesnetzagentur warnt zudem, dass die automatische Kostenbremse für Datenroaming außerhalb Europas nicht immer greift, etwa wenn das ausländische Netz deinen Verbrauch nicht in Echtzeit erfasst (Bundesnetzagentur zum Roaming). Das sind die typischen Fälle.
Schweiz: kein EU-Roaming – aber bei der Telekom inklusive
Die Schweiz ist weder EU noch EWR. Das Schweizer Bundesamt für Kommunikation BAKOM beschreibt Roam like at home ausdrücklich als Regel für EU- und EWR-Bürger auf Reisen innerhalb der EU- und EWR-Staaten und hält fest, dass derzeit kein internationales Abkommen besteht, das eine Regulierung der Endkundenpreise zuließe (BAKOM zum Roaming). Eine gesetzliche Garantie gibt es für deine deutsche SIM in der Schweiz also nicht. Die drei deutschen Netzbetreiber gehen damit unterschiedlich um:
- Telekom: „Bei der Telekom enthält EU-Roaming zudem die Schweiz und Großbritannien. Es fallen keine zusätzlichen Roaming-Gebühren an“ (Telekom zum Roaming).
- o2: Die Schweiz liegt in Zone 2 (o2 Auslandsoptionen). Was beim Einbuchen ins Schweizer Netz automatisch aktiv wird, hängt laut o2 vom Abschlussdatum deines Vertrags ab: Bei Abschluss bis 09.06.2026 gilt „Roaming Plus“ mit 2,99 € pro Tag für 300 MB (o2 Roaming Plus Schweiz), bei Abschluss ab 10.06.2026 „Roaming Standard“ mit 4,99 € pro Tag für 500 MB (o2 Roaming Standard Schweiz).
- Vodafone: Die Schweiz steht nicht in der Länderliste der EU-Roaming-Zone; für Handytarife verweist Vodafone auf seine EasyTravel-Pakete. Für Vertragskunden in den Datentarifen Mobile-Internet Flat und DataGo nennt Vodafone WebSessions International mit 2,99 € für 24 Stunden und bis zu 100 MB (Vodafone zum Roaming).
Die Antwort auf die Frage, ob es eine deutsche SIM ohne Schweiz-Aufpreis gibt, lautet also ja, denn laut Telekom gilt ihr EU-Roaming auch in der Schweiz. Die Seite sagt allerdings nicht, ob das für ältere Verträge, Telekom-Prepaid oder Discounter im selben Netz genauso gilt. Prüf deshalb deine Preisliste; maßgeblich ist immer deine. Alles Weitere, auch zur lokalen SIM mit Ausweispflicht, steht im Schweiz-Guide. Wer über Vorarlberg anreist: Liechtenstein gehört als EWR-Staat zur Roaming-Zone, die Schweiz nicht, siehe den Österreich-Guide.
Großbritannien: keine Pflicht, aber derzeit meist wie EU
Seit dem Brexit gilt die Regel in Großbritannien nicht mehr. Die Kommission schreibt, dass einige Betreiber die Vorteile freiwillig beibehalten haben, und rät, vor der Reise beim eigenen Anbieter nachzufragen; die Bundesnetzagentur sagt dasselbe. In der Praxis sieht es Stand Oktober 2026 so aus: Die Telekom zählt Großbritannien zum EU-Roaming, Vodafone schreibt, Großbritannien bleibe „Teil der EU-Roaming-Zone“, und o2 rechnet Großbritannien laut Preisliste „bis zum 31.12.2026“ zum Preis der EU-Zone ab, mit dem Zusatz „Verlängerung vorbehalten“ (o2 Auslandsoptionen). Das ist eine freiwillige Leistung, die jederzeit enden kann, kein Recht. Wer nach Nordirland fährt, findet die Details im Irland-Guide, für die Insel selbst gibt es den Großbritannien-Guide.
Andorra, Monaco, San Marino, Vatikanstadt: Kleinstaaten mit eigenen Regeln
Keiner dieser vier Staaten steht in der Länderliste der Kommission oder der Bundesnetzagentur. Eine gesetzliche Roam-like-at-home-Pflicht gibt es dort also nicht, und die Anbieter ordnen sie unterschiedlich ein. In der Zonenliste von o2 (o2 Auslandsoptionen) stehen San Marino und die Vatikanstadt bei den EU-Ländern in Zone 1, Andorra in Zone 2 neben der Schweiz und Monaco in Zone 3, zusammen mit der Türkei und den USA. Vodafone nennt San Marino dagegen nicht in seiner EU-Länderliste und führt es für die Datentarife Mobile-Internet Flat und DataGo bei WebSessions International (Vodafone zum Roaming). Für Andorra heißt das: Wer von Frankreich oder Spanien aus hinauffährt, verlässt die Roaming-Zone an der Grenze, siehe den Andorra-Guide. Für Monaco gilt: Bei einem Tagesausflug von Nizza lohnt sich ein Blick darauf, in welches Netz sich dein Handy eingebucht hat. Wie dein eigener Tarif die Kleinstaaten einstuft, steht in seiner Länderliste.
Westbalkan: Verhandlungen laufen, in Kraft ist nichts
Hier kursieren die meisten Missverständnisse. Seit dem 1. Juli 2021 gilt innerhalb der sechs Westbalkanstaaten ein eigenes Roam like at home auf Grundlage der 2019 in Belgrad unterzeichneten regionalen Roaming-Vereinbarung (EU-Kommission, Juli 2021). Das hilft einer serbischen SIM in Montenegro, nicht deiner deutschen. Zwischen der EU und dem Westbalkan gibt es seit Oktober 2023 nur eine freiwillige Vereinbarung von 38 Betreibern, die Höchstpreise für ein Gigabyte festlegt: 18 € ab dem 1. Oktober 2023, 14 € ab 2026 und 9 € ab 2028 (EU-Kommission, Mai 2023). Ob dein Anbieter dazugehört, erfährst du nur bei ihm.
Am 25. Februar 2026 hat die Kommission vorgeschlagen, mit Albanien, Bosnien und Herzegowina, dem Kosovo, Montenegro, Nordmazedonien und Serbien über die Aufnahme in Roam like at home zu verhandeln. Wirksam wird das erst, wenn die Abkommen mit jedem Partner abgeschlossen sind und das jeweilige Land die EU-Roamingregeln vollständig übernommen hat (EU-Kommission, Februar 2026). In ihren Fragen und Antworten schreibt die Kommission, eine Frist gebe es derzeit nicht; für Albanien habe der Rat die Gespräche bereits genehmigt. Für deine Reise 2026 heißt das: Serbien, Montenegro und Albanien sind Nicht-EU-Roaming. Bei o2 liegen alle sechs Westbalkanstaaten in Zone 3. Details stehen in den Guides zu Serbien, Montenegro und Albanien.
Türkei, Färöer und Nordzypern
Die Bundesnetzagentur nennt die Türkei ausdrücklich als Beispiel für einen Drittstaat, in dem das Roaming zu Inlandspreisen nicht gilt. Vodafone verweist für die Türkei auf EasyTravel (Vodafone zum Roaming), bei o2 liegt sie in Zone 3 (o2 Auslandsoptionen); mehr dazu im Türkei-Guide. Die Färöer stehen in keiner der Länderlisten von Kommission und Bundesnetzagentur: o2 führt sie in Zone 3, Vodafone für seine Datentarife bei WebSessions International. Und auf Zypern nennt Vodafone in seiner EU-Länderliste ausdrücklich nur den Südteil; zum türkisch verwalteten Norden steht mehr im Zypern-Guide.
Schiff, Flugzeug und Grenzregionen
Auch mitten in der EU kann es teuer werden. Die Roaming-Regeln gelten laut Kommission nur für terrestrische Mobilfunknetze. Solange du direkt mit einem Landnetz verbunden bist, etwa auf Flüssen, Seen oder entlang der Küste, roamst du wie zu Hause. Auf offener See oder im Flugzeug bucht sich das Handy aber unter Umständen in ein Satellitennetz an Bord ein, und dafür gelten die Preisgrenzen nicht. Du solltest dann eine SMS bekommen, und bei 50 € Zusatzkosten oder einer anderen vereinbarten Grenze stoppt der Dienst automatisch. Your Europe rät, an Bord das Roaming auszuschalten oder den Flugmodus zu aktivieren. Das betrifft Fähren zu griechischen Inseln genauso wie die Nordsee, siehe die Guides zu Griechenland und den Niederlanden.
An Landgrenzen zu Nicht-EU-Staaten passiert dasselbe, ohne dass du die Grenze überquerst. Das BAKOM erklärt, dass Funkfrequenzen nicht an der Landesgrenze Halt machen und Geräte in Grenzgebieten in ein ausländisches Netz wechseln können. Die Bundesnetzagentur empfiehlt, zu prüfen, mit welchem Netz du verbunden bist, oder es manuell zu wählen, denn das Handy wählt standardmäßig das stärkste verfügbare. Am Bodensee, rund um Basel oder an anderen Grenzen zu Nicht-EU-Staaten heißt das: Netzwahl auf manuell, deutsches oder EU-Netz auswählen. Auf dem iPhone findest du die Option in den Mobilfunk-Einstellungen unter der Netzauswahl, dort schaltest du „Automatisch“ aus; bei mehreren SIMs wählst du vorher die Leitung. Auf Android heißen die Menüs je nach Hersteller unterschiedlich, meist liegt die Option unter Einstellungen › Verbindungen oder Netzwerk › Mobilfunknetze › Netzbetreiber. Wie das am Bodensee konkret aussieht, steht im Deutschland-Guide.
Länderübersicht: Roaming-Status mit deutscher SIM
Die Tabelle zeigt die europäischen Länder, zu denen es auf Cairnroam einen deutschen Guide gibt. „EU-Roaming“ heißt: gesetzlich Inlandskonditionen, im Rahmen von Fair Use. „Kein EU-Roaming“ heißt: Es zählt, was dein Tarif für dieses Land vorsieht.
| Land | Status mit deutscher SIM | Worauf du achten solltest |
|---|---|---|
| Belgien | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Bulgarien | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Dänemark | EU-Roaming | Färöer und Grönland nicht in der EU-Liste |
| Estland | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Finnland | EU-Roaming, auch in Lappland | Netzabdeckung in Lappland |
| Frankreich | EU-Roaming | Monaco und Andorra sind nicht EU |
| Griechenland | EU-Roaming | Satellitennetz auf Fähren |
| Irland | EU-Roaming | Nordirland gehört zum Vereinigten Königreich |
| Italien | EU-Roaming | San Marino und Vatikan je nach Anbieter |
| Kroatien | EU-Roaming | Abstecher nach Montenegro oder Bosnien |
| Lettland | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Litauen | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Niederlande | EU-Roaming | Fähre nach England |
| Österreich | EU-Roaming | Schweizer Netze in Vorarlberg |
| Polen | EU-Roaming | Bezahlt wird in Złoty |
| Rumänien | EU-Roaming | Netzabdeckung in den Karpaten |
| Schweden | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Slowakei | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Spanien | EU-Roaming, auch auf den Kanaren | Andorra ist nicht EU |
| Tschechien | EU-Roaming | Details im Länder-Ratgeber |
| Ungarn | EU-Roaming | Abstecher nach Serbien |
| Zypern | EU-Roaming im Süden | Nordzypern |
| Norwegen | EU-Roaming (EWR) | Details im Länder-Ratgeber |
| Schweiz | Kein EU-Roaming | Telekom laut eigener Seite inklusive; o2 je nach Vertragsdatum 2,99 € oder 4,99 € pro Tag |
| Großbritannien | Kein EU-Roaming | Telekom, Vodafone und o2 derzeit freiwillig wie EU, o2 bis 31.12.2026 |
| Andorra | Kein EU-Roaming | Grenze auf der Passstraße |
| Serbien | Kein EU-Roaming | Westbalkan-Verhandlungen ohne Frist |
| Montenegro | Kein EU-Roaming | Euro als Währung, trotzdem nicht EU |
| Albanien | Kein EU-Roaming | Europa-eSIMs mit unterschiedlicher Länderliste |
| Türkei | Kein EU-Roaming | Drittstaat laut Bundesnetzagentur |
| Georgien | Kein EU-Roaming | Nicht EU/EWR, Tarif prüfen |
Portugal mit Madeira und den Azoren, Luxemburg, Malta, Slowenien, Island und Liechtenstein gehören ebenfalls zur Roaming-Zone, ebenso die Ukraine und Moldau. Bosnien und Herzegowina, Kosovo und Nordmazedonien sind wie Serbien Nicht-EU-Roaming. Außerhalb Europas gilt Roam like at home nirgends; was dort gilt, steht im jeweiligen Länder-Guide, etwa für die USA.
Wann sich eine Reise-eSIM trotzdem lohnt
Für eine Woche Kroatien, Spanien oder Polen brauchst du mit einem normalen deutschen Vertrag in der Regel nichts zusätzlich. Eine Reise-eSIM lohnt sich in Europa vor allem in vier Situationen:
- Eine Etappe außerhalb der Zone. Rundreisen über den Balkan, ein Abstecher nach Andorra oder Monaco, eine Woche Türkei im Anschluss an Griechenland. Hier zählt, dass die Länderliste der eSIM jedes Land deiner Route ausdrücklich nennt. „Europa“ bedeutet bei eSIM-Paketen nicht immer dasselbe wie bei der EU, gerade Westbalkan, Schweiz und Kleinstaaten fehlen oft.
- Knappes Volumen oder niedrige Fair-Use-Grenze. Wer zu Hause mit wenigen Gigabyte auskommt und im Urlaub navigiert, streamt oder den Hotspot fürs Notebook braucht, stößt im Ausland an dieselbe Grenze. Ein Zusatzpaket per eSIM kann dann günstiger sein als die Aufschläge, und es hält Arbeits- und Privatdaten getrennt.
- Lange Aufenthalte. Wer Monate im EU-Ausland verbringt, fällt irgendwann unter die Vier-Monats-Beobachtung. Eine lokale SIM oder eine eSIM für das Zielland ist dann die sauberere Lösung als ein dauerhaft roamender Heimatvertrag.
- Begleitung mit Nicht-EU-SIM. Für Gäste aus Japan, den USA oder China gilt Roam like at home in Europa nicht. Ihnen hilft eine Reise-eSIM oft mehr als dir selbst.
Preise nenne ich in diesem Überblick bewusst nicht, weil sie je nach Land stark schwanken. Die aktuellen Tarife mit Datum der Quelle stehen in den Länder-Guides. Der Vergleichspunkt ist immer dein eigener Tarif: Steht das Land in seiner EU- oder Zone-1-Liste, brauchst du in der Regel keine zusätzliche Datenleitung.
FAQ
Gibt es eine deutsche SIM-Karte, die in der Schweiz kein Roaming verlangt?
Gesetzlich ist das nicht vorgeschrieben, denn die Schweiz gehört nicht zur Roaming-Zone. Die Telekom schreibt aber, ihr EU-Roaming enthalte die Schweiz und Großbritannien ohne zusätzliche Roaming-Gebühren. Ob das auch für ältere Verträge und Prepaid gilt, sagt die Seite nicht. Bei o2 aktiviert sich in der Schweiz automatisch ein Tagespaket: für Verträge bis 09.06.2026 Roaming Plus mit 2,99 € pro Tag für 300 MB, für Verträge ab 10.06.2026 Roaming Standard mit 4,99 € pro Tag für 500 MB. Vodafone verweist auf EasyTravel-Pakete. Maßgeblich ist die Preisliste deines Tarifs.
Gilt EU-Roaming in Andorra?
Nein. Andorra ist weder EU noch EWR und steht nicht in der Länderliste der Kommission oder der Bundesnetzagentur. o2 führt Andorra in Zone 2. Für Andorra brauchst du einen Tarif oder eine eSIM, deren Länderliste Andorra ausdrücklich nennt.
Gilt EU-Roaming in Kroatien?
Ja. Kroatien ist EU-Mitglied, dein deutscher Tarif gilt dort zu Inlandskonditionen, im Rahmen der Fair-Use-Grenze. Vorsicht nur bei Abstechern nach Montenegro oder Bosnien und Herzegowina: Beide gehören nicht zur Roaming-Zone.
Was sagt die Bundesnetzagentur zur Nutzung einer deutschen SIM in Spanien?
Spanien gehört zur Roaming-Zone, einschließlich der Kanaren als Gebiet in äußerster Randlage. Die Bundesnetzagentur nennt Spanien sogar als Beispiel: Ein Anruf mit deutschem Vertrag aus Spanien nach Frankreich kostet so viel wie innerhalb Deutschlands, das gilt auch für SMS und Daten, sofern eine angemessene Nutzung vorliegt.
Funktioniert deutsches Roaming in Finnland und in Lappland?
Ja. Finnland ist EU-Mitglied, und Lappland ist Teil Finnlands. Auch auf der schwedischen Seite und im benachbarten Norwegen gilt Roam like at home, Norwegen über den EWR. Die Frage in Lappland ist eher die Netzabdeckung als der Preis, dazu mehr im Finnland-Guide.
Gilt meine deutsche eSIM in Frankreich?
Ja, genauso wie eine Plastik-SIM. Roam like at home hängt an deinem deutschen Vertrag, nicht an der Bauform der SIM. In Frankreich surfst du zu Inlandskonditionen, auch in den Überseedepartements wie Réunion oder Martinique. Monaco ist dagegen nicht EU; bei o2 liegt es zum Beispiel in Zone 3.
Brauche ich für Polen Roaming oder eine eSIM?
In der Regel nicht. Polen ist EU-Mitglied, dein Tarif läuft dort wie zu Hause. Eine eSIM lohnt sich nur bei knappem Volumen, niedriger Fair-Use-Grenze oder wenn die Reise weiter nach Belarus geht. Die Ukraine gehört seit dem 1. Januar 2026 zur Roaming-Zone, Belarus nicht.
Quellen und weiterführende Links
- Verordnung (EU) 2022/612 über das Roaming (EUR-Lex)
- EU-Kommission – Roaming: connected anywhere in the EU
- EU-Kommission – Roaming, Fragen und Antworten
- EU-Kommission – Roaming in der Ukraine voll in Betrieb
- EU-Kommission – Vorschlag für Verhandlungen mit dem Westbalkan (25.02.2026)
- EU-Kommission – Freiwillige Senkung der Datenroaming-Preise EU–Westbalkan (03.05.2023)
- EU-Kommission – Westbalkan wird roamingfreie Zone (01.07.2021)
- Your Europe – Roamingkosten
- Bundesnetzagentur – FAQ EU-Roaming
- Bundesnetzagentur – Telefonieren und Surfen im Ausland
- BAKOM (Schweiz) – Roaming
- Europäisches Parlament – Gebiete in äußerster Randlage
- Telekom – Roaming: Aktuelle Informationen
- Vodafone – Roaming und Telefonieren im Ausland
- o2 – Auslandsoptionen und Roaming-Zonen
- o2 – Roaming Plus in der Schweiz (Verträge bis 09.06.2026)
- o2 – Roaming Standard in der Schweiz (Verträge ab 10.06.2026)
- Cairnroam – eSIM-Ratgeber für deutsche Reisende
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Zuletzt aktualisiert: 2026-10-17

